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Schauspielerin Marlene Morreis:Mal derb, mal mädchenhaft

Schon allein der Mund ist großartig: Schauspielerin Marlene Morreis hatte in den USA fast eine große Serienrolle erhalten. Nun ist sie nach München zurückgekehrt, jobbt als Türsteherin im Atomic Café - und rückt dem großen Durchbruch immer näher.

Michael Bremmer

Schon der Mund ist großartig. Ein Versprechen. Auf einen Witz. Auf einen richtig guten Witz. Alleine das ganz normale Lächeln der jungen Münchner Schauspielerin Marlene Morreis reicht, um Menschen, die ihr gegenüber sitzen, in gute Laune zu versetzen. Beginnt sie dann auch noch zu lachen, mit weit geöffnetem Mund und zugekniffenen Augen, fällt es schwer, nicht mitzulachen.

Dieses Gesicht sollte man sich merken: Im vergangenen Winter ist die Schauspielerin Marlene Morreis aus New York zurück nach München gekommen. Nun bekommt sie jede Menge Rollen angeboten: für Kinofilme, größere TV-Produktionen, Werbetrailer.

(Foto: Stephan Rumpf)

Aber auch das ist noch nicht alles. Spätestens wenn die Schauspielerin dann auch noch ihren Mund zu einer breiten Grimasse verzieht, wenn sich ihre Lippen mit den Grübchen verbrüdern, weiß man, warum Regisseure die gebürtige Österreicherin auswählen, wenn sie für ihr Stück ein Päckchen Brausepulver brauchen.

Marlene Morreis ist keine Ulknudel. Sie ist eine Frau um die 30 mit einer spannenden Vita. Eine Schauspielerin, die schon als Studentin in einem Kinofilm von Klaus Lemke die Hauptrolle bekam. Die das Angebot von Pro 7, bei einer Daily Soap mitzuspielen, ablehnte und stattdessen bei einer Shakespeare-Produktion in Alaska anheuerte. Die nach New York zog, um dort Schauspiel zu studieren, die bereits die Zusage für eine Episoden-Hauptrolle bei der US-amerikanischen Fernsehserie "Law & Order" hatte - bis sich herausstellte, dass sie nur ein Künstlervisum und keine Green Card besitzt.

Die seit vergangenem Winter wieder zurück in München ist, ab und an als Türsteherin im Atomic Café arbeitet - und seit wenigen Wochen jede Menge Rollen angeboten bekommt: für Kinofilme, größere TV-Produktionen, Werbetrailer. Und die sich bei diesen Aussichten gerade ärgert, ihren Koffer mit Winterklamotten im April zurück nach New York gebracht zu haben. Doch der Reihe nach.

Wenn man so will, hat die Schauspielkarriere von Marlene Morreis am Zapfhahn begonnen - und als Folge zufälliger Begegnungen. Nach dem Abitur zieht die junge Österreicherin nach München, um dort Nordische Philologie und Germanische Altertumskunde zu studieren. Nebenbei arbeitet sie als Kellnerin in zahlreichen Kneipen, auch im Atzinger, einer Studenten-Kaschemme im Uni-Viertel. Stammgast ist damals unter anderem Klaus Lemke, eigenwilliger Münchner Filmregisseur, der früher Sternchen und Schauspieler wie Dolly Dollar, Cleo Kretschmer und Wolfgang Fierek entdeckt hat und 2010 mit dem Filmpreis der Stadt München ausgezeichnet worden ist.

Bande film- und sexsüchtiger Jugendlicher

Gewöhnlich arbeitet Lemke nur mit Laien, demnach auch mit Bedienungen, weswegen Marlene Morreis eines Abends mit einer Kollegin in Lemkes Appartement eingeladen ist. "Was ist denn das für einer", denkt sich die Studentin. Völlig gelangweilt sei sie beim Privat-Casting dagesessen, unbeeindruckt - am Tag darauf hat sie die Hauptrolle in dem Film "Running Out of Cool" - in dem, so die Kurzbeschreibung, eine Bande film- und sexsüchtiger Jugendlicher Kamera, Besetzung und Story für ihren ersten Film zusammenklauen.

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