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Sanierung:900-jährige Tradition

Der ehemalige Kuhstall auf dem Gut soll zu einer Holzfass-Manufaktur umgebaut werden, Besucher erhalten dort Einblick in das Schäffler-Handwerk.

(Foto: Robert Haas)

Gut Freiham mit seiner historischen Schwaige wird zu Erholungsziel umgebaut

Das Gut Freiham, Namensgeber des neu entstehenden Stadtteils im Münchner Westen, lag lange im Dornröschenschlaf. Inzwischen wird das westlich des Gewerbegebiets Freiham-Süd gelegene denkmalgeschützte Ensemble revitalisiert: Die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung, Mehrheitsanteilseignerin an der Augustiner-Brauerei, hat die historische Schwaige 2015 erworben und restauriert sie nun. Das 900 Jahre alte, wertvolle Relikt soll so zu einem beliebten Ausflugs- und Erholungsziel werden, samt alten Handwerkskünsten, Museum und Gaststätte mit Biergarten. Anfang 2021 rechnet die Stiftung mit der Fertigstellung der Fassfabrik, Mitte 2021 soll dann die Gastwirtschaft eröffnet werden, samt Ausschank. Wann das gesamte Areal nutzbar sein wird, könne hingegen "aktuell noch nicht zeitlich definiert werden", sagt Antje Molnar von der Stiftung.

Erreichbar ist das Gut zu Fuß und per Rad über die Freihamer Allee. Und für Autos künftig auch über eine von der Centa-Hafenbrädl-Straße abzweigende private Zufahrtsstraße, die Therese-Wagner-Straße. Der Kommunalausschuss des Stadtrats hat einen entsprechenden Benennungsvorschlag der Stiftung jetzt befürwortet. Therese Wagner, 1797 in Freising geboren und 1858 in München gestorben, war Bierbrauerin und Unternehmerin. Das Ehepaar Wagner lebte zunächst in Freising und betrieb dort eine Brauerei und einen Getreidehandel. 1829 erhielten Therese und Anton Wagner dann das Augustiner-Braurecht und übernahmen die Augustiner Brauerei. Nach dem Tod ihres Mannes 1845 führte Therese Wagner die Brauerei erfolgreich weiter und machte Augustiner zur Großbrauerei. Die Unternehmerin war aufgeschlossen für technische Neuerungen wie Sudhaus, Dampfmaschine oder Fuhrpark und leitete das Unternehmen bis zu ihrem Tod.

© SZ vom 21.01.2020

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