Maharani Chakrabarti spielt hervoragend Klavier, sie kann auch außerordentlich fundiert moderieren, und als Thomas Linsmayer, geschäftsführender Direktor des Deutschen Theaters in München sie einmal erlebte, wusste er: Hier hat er die Künstlerin, die dazu beitragen kann, den Silbersaal des Deutschen Theaters zu beleben. Da er außerdem ein Liebhaber des Kunstlieds ist - nicht selbstverständlich bei seinem Job -, war die Sache geritzt. Am Donnerstag, 27. April, findet nun der dritte von Chakrabarti kuratierte Salon statt. Sie selbst spielt Klavier, Talia Or singt.
"Sie badete förmlich in ihrer Gastlichkeit, so sah sie auch aus, wie frisch gebadet." Das sagte Robert über seine Frau Clara Schumann, die weltläufige Virtuosin, die zusammen mit ihm eben einen Salon führte, den Chakrabarti und nun auch Or wiederauferstehen lassen. Leger soll es sein, man sitzt an Bistrotischen, hört auch so lustige Sachen wie obiges Zitat - es stammt aus den Tagebüchern Roberts und Claras, für Chakrabarti "wie Bunte".
Der Abend am 27. April ist den Werken Claras gewidmet, dazu kommen Stücke von Fanny Hensel, Schwester von Felix Mendelssohn, und auch gerade erst entdeckte Lieder von Pauline Viardot-Garcia. Die sind großartig, besitzen eine riesige Grandezza und einen ganz eigenen Ton, das kann man leicht sagen, denn bei einem Treffen mit Or und Chakrabarti geben die schnell eine Kostprobe. Umwerfend.
Die drei Frauen waren befreundet, Clara bezeichnete Pauline Viardot-Garcia einmal als "die genialste Frau, die mir je vorgekommen". Davon wird Chakrabarti erzählen, wenn sie nicht gerade Talia Or begleiten wird, die auf den Auftritt voller Lust lauert. Einen Gast haben die Beiden auch, Moritz Eggert ("damit es nicht ganz museal wird"), der Dichter vertonte, die auch zum Schumann-Salonkreis gehörten. Außerdem betreibt er einen Blog bei der Neuen Musikzeitung, die, tata!, von Robert Schumann gegründet wurde. Der nächste Salon-Termin ist dann der 17. Juni: Die Sopranistin Judith Spießer und Chakrabarti feiern eine Nacht im Paris des Fin-de-Siecle.
Soirée bei Clara Schumann, 27. April, 20 Uhr, Deutsches Theater (Silbersaal)


