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S-Bahnhof Laim:Ein Aufzug muss sein

Diskussion um die Barrierefreiheit

"Was ist mit unserem Aufzug?" Ohne Umschweife legte Josef Mögele (SPD), Vorsitzender des Laimer Bezirksausschusses, den Finger in die Wunde. Wenn schon mal Vertreter der Deutsche Bahn AG in der Sitzung seines Gremiums anwesend sind. Er zielte darauf ab, dass der Laimer S-Bahnhof über Jahre hinaus für Rollstuhlfahrer, Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und Eltern mit Kinderwagen zur Tabu-Zone werden könnte. Die Bahn hat erklärt, für die Dauer des Komplett-Umbaus der Station im Zuge der Errichtung der zweiten S-Bahn-Stammstrecke keinen Aufzug vorhalten zu können (siehe nebenstehenden Artikel). Die Bahnsteige seien dann nicht barrierefrei zu erreichen. Aufgrund "der Platzverhältnisse" werde auch keine Alternative angeboten. Die Wellen der Empörung schlagen seither hoch.

Grüne/Rosa Liste und CSU pochen mit jeweils einem Stadtratsantrag auf den Erhalt der Barrierefreiheit an dem hoch frequentierten Stopp. 60 000 Menschen steigen hier täglich ein, aus und um.

Seit Jahr und Tag ist der Aufzug am Laimer S-Bahnhof eine Schwachstelle. Durch penetrantes Nachhaken der angrenzenden Bezirksausschüsse Laim und Neuhausen-Nymphenburg ist der gläserne Lift, der von dem Gehsteig der bestehenden Gehweg-Unterführung zu den Gleisen führt, vergangenes Jahr wieder instandgesetzt worden. Doch von September 2020 an, so bestätigte in der Laimer Ausschusssitzung Jörg Mader von DB Netze, gehe nichts mehr. Er habe sich mit dem Behindertenbeirat der Stadt getroffen, um nach alternativen Lösungen zu suchen. "Es gibt aber noch kein Ergebnis." Ein Shuttle-Service sei im Gespräch.

"Des kann's ned sein!", kommentierte Alexandra Gaßmann, CSU-Stadträtin und Seniorenbeauftragte im Bezirksausschuss, den Vorschlag. In einem Stadtratsantrag hatte sie im Vorfeld gefordert, Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) solle sich für die weitere barrierefreie Zugänglichkeit der Bahnsteige bei der Bahn einsetzen. Die Kollegen der Grünen/Rosa Liste im Rathaus schlugen in dieselbe Kerbe und wollen "optional", wenn keine Einigung mit der Bahn gefunden werde, "ein überbrückendes Nahverkehrsangebot" vonseiten der Stadt.

Mader deutete an, dass es auch um die Frage der Finanzierung gehe. Mögele kontert: "Wir fordern einen Aufzug, egal wer's zahlt!" Wie's nach dem Umbau mit Barrierefreiheit aussieht, erläuterte Maders Kollege Helmut Hartl kurz auf Nachfrage: Die beiden künftigen "Zugangsbauwerke" im Osten und Westen des Bahnhofs könnten grundsätzlich über Rolltreppen, die die Stadt finanziere, erreicht werden; die barrierefreie Anbindung an die Gleise liege im Osten; über die Umweltverbundröhre führten zu beiden Bahnsteigen Aufzüge. Und auch ein weiteres dringendes Bedürfnis werde gelöst: Künftig gibt es auch eine Toilettenanlage, barrierefrei.