S-Bahn in München Kurzschluss in der Oberleitung legt Stammstrecke lahm

Die Münchner Stammstrecke war am Samstag über Stunden lahmgelegt. Die Ursache: ein Luftballon.

(Foto: dpa)

Ein Oberleitungsschaden sorgt am Samstag für Zugausfälle und Verspätungen. Erst am späten Abend ist die Störung behoben. Ursache war vermutlich ein Luftballon.

Von Tom Soyer

Ein Kurzschluss in der Oberleitung hat am Samstag zahlreichen Fahrgästen an der S-Bahn-Station Karlsplatz/Stachus einen Schrecken eingejagt - und den Verkehr auf der Stammstrecke zum Erliegen gebracht. An der Station wurde dabei die Oberleitung abgerissen und von einer einfahrenden S-Bahn erfasst. Zeitgleich gab es weitere Kurzschlüsse an den Haltestellen Marienplatz, Moosach und Obermenzing. Die gesamte Strecke zwischen Hackerbrücke und Isartor musste bis zum späten Abend gesperrt werden, auf allen S-Bahn-Linien kam es zu Zugausfällen und Verspätungen.

Am Abend wurde im Gleisbereich direkt unter der abgerissenen Oberleitung ein verbrannter, alubeschichteter Luftballon gefunden. Dieser könnte der Auslöser für den Schaden gewesen sein. Laut Hausordnung der Deutschen Bahn ist das Mitführen dieser Ballons verboten. Die Bundespolizei ermittelt nun wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr.

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Bei dem Oberleitungsschaden wurde der Triebfahrzeugführer des Unfallzuges leicht verletzt. Er war beim Kurzschluss offenbar einem massiven Lichtblitz ausgesetzt, der auch das Augenlicht beeinträchtigen kann. Zudem soll sich Rauch im Führerstand ausgebreitet haben. Der Fahrzeugführer wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Die etwa 275 Passagiere in dem Zug blieben unverletzt.

Neben drei S-Bahnzügen und einem leer fahrenden ICE, der zwischen Obermenzing und Moosach wegen des Kurzschlusses liegengeblieben war, konnte auch ein Güterzug in Laim nicht weiterfahren.

In den drei S-Bahnen mussten die Passagiere längere Zeit ausharren, bis die defekten Oberleitungen sicher geerdet waren, und sie aus den Waggons befreit werden konnten. Wie viele Menschen insgesamt wegen der Kurzschlüsse in den Zügen eingeschlossen waren, ist nicht bekannt. Bei dem Zwischenfall waren Feuerwehr, Bundespolizei, Landespolizei und auch Notfallmanager der Bahn im Einsatz.

Kurz nach ein Uhr in der Nacht meldete die Bahn, dass sich die Verkehrslage "weitgehend normalisiert" hat.