S-Bahn-Netz Der Plan für den Nahverkehr bringt München voran

Das S-Bahn-Netz in München soll ausgebaut werden. Wenn es nach den Landräten geht, in 53 verschiedenen Punkten.

(Foto: Stephan Rumpf)

Über Gemeinde- und Parteigrenzen hinweg arbeiten Landräte an einem neuen Konzept. Das war höchste Zeit, denn die Zahl der Pendler steigt stetig.

Kommentar von Andreas Schubert

Die Liste ist ganz schön lang: 53 einzelne Punkte listen die Landräte aus den acht MVV-Landkreisen unter der Rubrik "wichtige Ausbaumaßnahmen" auf, dazu kommen 26 "wichtige Verbesserungen" im Betriebskonzept. Die Forderungen reichen von neuen Strecken bis hin zu dichteren Takten. Und auch nachts sollten die S-Bahnen möglichst im Stundentakt fahren. Die S-Bahn, sagen die Landräte, ist das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs bis weit über Münchens Stadtgrenzen hinaus.

Dass an Letzteren die Welt nicht endet und Zusammenarbeit Not tut, hat man inzwischen auch in der Landeshauptstadt erkannt. Jetzt machen sich Politiker über Partei- und Gemeindegrenzen hinaus gemeinsame Gedanken, das war höchste Zeit.

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Gerade weil die Zahl der Pendler seit Jahren stetig steigt, gibt es keine andere Lösung, als den Schienennahverkehr in weitaus größerem Maße auszubauen, als man sich das noch vor ein paar Jahren vorgestellt hat. Sonst wird man der Autostaus, die sich während des Berufsverkehrs durch so manche Gemeinde und über den Mittleren Ring ziehen, niemals Herr - mit allen bekannten negativen Folgen für Umwelt und Menschen.

Natürlich würden alle Maßnahmen aus dem Positionspapier zusammen irrsinnige Summen kosten. Aber es ist richtig, schon jetzt Visionen für die spätere Zukunft zu entwickeln und gleichzeitig auch zu prüfen, was schnell und realistisch machbar ist. Die zweite Stammstrecke ist dabei der Anfang. Ohne sie brächten einige der Vorschläge für die Außenäste nicht viel.

Die Gegner der Stammstrecke, darunter ausgerechnet die Grünen, sollten sich fragen, ob es noch sinnvoll ist, am alten Glaubenskrieg um Sinn und Unsinn des Tunnels festzuhalten. Jetzt geht wenigstens etwas vorwärts. Und noch länger zu warten, kann sich der Raum München keinesfalls leisten.

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