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S-Bahn in München:Volle Dröhnung

40 Jahre S-Bahn München

In den Tunneln wird es besonders laut: Bis Ende der Woche wird an den Gleisen der Münchner S-Bahn gearbeitet.

(Foto: dpa)

Es zischt nicht mehr, sondern brummt - und das richtig laut: Viele Fahrgäste wundern sich derzeit über die ungewöhnlichen Geräusche der S-Bahnen unter der Innenstadt. Woran das liegt.

Mancher S-Bahn-Fahrgast traut dieser Tage seinen Ohren nicht. Wer an einer der Stationen im Stammstrecken-Tunnel steht und auf einen einfahrenden Zug wartet, hat nicht selten das Gefühl, als käme ein Flugzeug durch die enge Röhre geflogen. Ein lautes Brummen ist zu vernehmen statt des über Jahrzehnte gewohnten Zischgeräuschs, wenn die S-Bahnen in den Bahnhof einfahren.

Grund für das andere Geräusch sind Schleifarbeiten, die die Bahn seit der vergangenen Woche an den Schienen in der Röhre vornehmen lässt. Mit einem Spezialzug arbeitet sich der Trupp von der Hackerbrücke aus Nacht für Nacht immer wieder ein kleines Stückchen weiter vor zum Ostbahnhof. Aller Voraussicht nach, so ein Bahnsprecher, werden die Arbeiten Ende der Woche abgeschlossen.

Verringerter Funkenflug

Um die Schienen wieder in Form zu bringen, setzt der Konzern eine Maschine mit verringertem Funkenflug ein. Dabei allerdings entstehen auf der Oberfläche haarfeine Strukturen. Diese reichen aus, um das Geräusch der Räder auf den Schienen zu verändern - aus dem bekannten Zischen der Bahnen wird so das dröhnende Brummen, das sich im Tunnel zusätzlich verstärkt.

Nach und nach aber werde sich das wieder legen, versichert der Bahnsprecher. Denn mit jedem regulären Zug, der über die aufgerauten Stellen rauscht, wird das Ganze wieder eingeebnet, das Brummen und Dröhnen schwächer. Noch eine Woche etwa, schätzt der Sprecher, dann dürfte das Geräusch ein Ende haben.

Bis dahin allerdings müssen sich die Fahrgäste auf einige Behinderungen einstellen. Denn wie schon im vergangenen Jahr bei den Bauarbeiten an den Brandschutzeinrichtungen in den Tunnel-Bahnhöfen setzt die Bahn wegen der Schleifarbeiten noch bis Ende dieser Woche in den Nachtstunden Pendel-S-Bahnen zwischen Ostbahnhof und Pasing ein - und zwar jeweils von 22.15 Uhr an bis zum Betriebsschluss am nächsten Morgen. Wer also zum Beispiel nach einem Kino- oder Theaterbesuch vom Marienplatz aus nach Erding möchte, muss zunächst mit der Pendel-S-Bahn zum Ostbahnhof fahren, dort dann umsteigen und mit der S 2 weiter zu seinem Zielort fahren.

© SZ vom 18.02.2014/ahem
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