Eataly in der Schrannenhalle:Schlaraffenland all'italiana

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Delikatessen-Kaufhaus, Restaurant und Kochschule: Was es bald in der neuen Schrannenhalle gibt - ein erster Besuch bei Eataly.

Von Franz Kotteder

Essen, kaufen, lernen: So kann man's auch auf den Punkt bringen, was von Donnerstag an in der Schrannenhalle geboten ist. Das italienische Unternehmen Eataly eröffnet dann nämlich seine erste Filiale in Deutschland nach beinahe einem Dreivierteljahr des Umbaus. Seit ein paar Tagen schon gibt es in der Halle Probeläufe mit Freunden, Familien, Nachbarn und geladenen Gästen, damit sich die Gastronomie warmlaufen kann. Am Mittwoch findet dann die Eröffnungsfeier mit allem Drum und Dran in Anwesenheit des Firmengründers Oscar Farinetti statt, tags darauf dürfen auch die Münchner Konsumenten hinein.

Die lange Umbauzeit hat sich gelohnt: Endlich hat die Schrannenhalle ein Gesicht. Die SZ konnte jetzt vorab einen ersten Blick in die Halle werfen. Statt vieler verschachtelter Einbauten wurden jetzt die gusseisernen Säulen des Industriedenkmals weitgehend freigehalten, die Restaurants, Marktstände und Manufakturen um die Mittelachse konzentriert. An der Seite zur Prälat-Zistl-Straße hin findet man vor allem Restaurantflächen für Gerichte mit Gemüse, Fleisch, Pasta und Pizza, auf der anderen Seite zur Blumenstraße die Feinkostabteilung, wo es in erster Linie Delikatessen aus ganz Italien gibt.

Es gibt auch Produkte aus Bayern

"Wir arbeiten dabei auch eng mit kleinen Produzenten zusammen, werden von ihnen direkt beliefert", sagt Eataly-Pressesprecher Andreas Reisert, "dadurch können wir faire Preise anbieten, weil zum Beispiel Kosten für Zwischenhändler wegfallen." Ein paar Stichproben zeigen: Die Preise liegen zwischen normal für normale und gehoben für hochwertige Ware, und es gibt selbst in der großen Weinabteilung im Untergeschoss nicht nur große Namen, sondern auch zahlreiche kleinere Produzenten.

Übrigens auch solche aus Bayern, etwa Obstbrände von Lantenhammer und die Münchner Gin-Sorten The Duke und Feel. Überhaupt gibt es neben den Waren aus Italien in der Regel zu etwa einem Fünftel Produkte aus der Münchner Region, das gehört zum Konzept von Eataly.

Kochkurse beginnen bereits Ende November

Im Untergeschoss befindet sich neben einer weiteren Verkaufsfläche für den Schokoladenhersteller Venchi auch die Kochschule "La Scuola" mit Kursen zu italienischen Spezialitäten. Die ersten beginnen bereits Ende November. 30 Personen finden Platz, hier wird es auch Verkostungen und Firmenevents geben - für die ist auch Platz im neuen Eventbereich im südlichen Obergeschoss der Halle. Darunter gibt es dann neben einem Kochbuchladen und einer Haushaltswarenabteilung auch Fahrräder der Marke Bianchi, eine Espressobar und eine chromblitzende Eisdiele.

Neues Zentrum der Halle ist die Piazza zwischen den beiden Haupteingängen. Da findet man neben den Kassen auch die zentrale Wein- und Getränkebar. Dort gefüllte Gläser darf man übrigens mitnehmen zu den Regalen und Ständen. Im Gastrobereich kann man beim Kochen und bei der Herstellung von Pasta und Mozzarella zusehen, und im Obergeschoss befindet sich noch einmal ein eigenes Restaurant, das Adriatico des Starkochs Lucio Pompili, in dem ein Schwerpunkt auf Fisch liegt.

226 Mitarbeiter beschäftigt dieses Schlaraffenland all'italiana, und die sind - schichtweise natürlich - von acht bis 23 Uhr im Einsatz. Im Einkaufsbereich freilich nur während der bayerischen Ladenöffnungszeiten. Ganz so italienisch ist Eataly dann ja doch wieder nicht.

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