Süddeutsche Zeitung

Nachruf:Die Berge waren sein Leben

Rudolf Rother jun. startete die erfolgreiche Wanderführer-Reihe mit dem roten Einband. Zuletzt widmete er sich der Panoramafotografie in den Alpen. Nun ist der Münchner Verleger gestorben.

Von Sabine Buchwald

Wie jetzt über den gleichnamigen Verlag bekannt wurde, ist der Verleger Rudolf Rother jun. am 24. August gestorben. Der gebürtige Münchner hatte die Firma 1964 von seinem Vater und Verlagsgründer Rudolf Rother sen. übernommen und bis 1990 erfolgreich weiterentwickelt. Unter seiner Führung entstanden neue Buchreihen, darunter die sehr erfolgreichen Wanderführerausgaben mit dem charakteristischen roten Umschlag, deren erste Ausgabe 1985 erschien. Die Farbe ist bis heute Markenzeichen des Verlags.

Rudolf Rother jun. war selbst passionierter Bergsteiger und Skifahrer. Die Sicherheit am Berg war ihm privat wie beruflich ein großes Anliegen. Besonders am Herzen lag Rother die Reihe der Alpenvereinsführer. Sie war mit mehr als 52 Titeln jahrzehntelang wichtige Informationsquelle für Bergsportler. Nachdem er 1990 seine Firma an die Wiener Verleger Freytag & Berndt veräußert hatte, widmete sich Rother ganz seiner zweiten großen Leidenschaft, der Panoramafotografie in den Alpen. Er scheute keine Strapazen, um die Schönheit seiner geliebten Bergwelt umfassend abzulichten, trug zwölf bis 14 Kilo Ausrüstung zu den Gipfeln. Er wusste um die Probleme der zunehmenden Kommerzialisierung der Berge. Das erschrecke ihn, sagte er mal in einem Interview. Rudolf Rother jun. hinterlässt einen Sohn und drei Enkelkinder. Er wurde 96 Jahre alt.

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