Rockausstellung im Olympiapark Probesitzen in Jaggers Verführercabrio

Das aus seinen "kleinen Schätzen" mal ein Rockmuseum wird, hat Hauke nie gedacht. Doch wie das beim Sammeln so ist, häufen sich bald die Fundstücke aus der Rock- und Popwelt bei ihm - und verrückte Geschichten vor und hinter der Bühne. Viele Stars kennt er heute persönlich. Tina Turner zum Beispiel, der er einst Rosen auf die Bühne geworfen hat. Mit der Hilfe des Musikjournalisten Arno Eser stellt Hauke seine Sammlung 1992 erstmals in München aus - im "Zentrum für außergewöhnliche Museen" im Tal, direkt neben den Nachttöpfen von Sissi. Ganze 13 Jahre dauerte es, bis die Exponate ihr eigenes Museum bekommen.

Das höchste Rockmuseum der Welt

"Wir haben viele negative Erfahrungen gemacht, weil sich niemand so recht vorstellen konnte, wie so ein Rockmuseum aussehen soll", erklärt Hauke. Erst als der Fußball das Olympiagelände verlässt und man dort auf der Suche nach neuen Ideen ist, bekommt er eine Chance.

Eine ziemlich begrenzte allerdings. Auf der Aussichtsplattform des Olympiaturms findet kaum ein Prozent seiner Sammlung Platz. Dafür ist der Standort umso spezieller - Hauke kann sich nun "Direktor des höchsten Rockmuseums der Welt" nennen. Bald veranstaltet er auf dem über 200 Meter hohen Turm auch Konzerte für geladene Gäste. "Dann kam Sissi Perlinger und Wolfgang Niedecken und der Bürgermeister und der Torwart vom FC Bayern und plötzlich hat man das Thema in München angenommen und wir sind zum Kleinod geworden."

Mit "All You Need Is Music" wagt er nun den nächsten Schritt. Fünf Jahre lang wird ihm der Olympiapark die Eisaufwärmhalle in den Sommermonaten zur Verfügung stellen. Bei so viel Raum ist nicht nur Platz für die musikalische, sondern auch für die politische Revolution - auch der Prager Frühling und der Vietnam-Krieg sind Thema. Außerdem haben bei der ersten Sonderaustellung neben den Stars der sechziger und siebziger Jahre auch die Idole der Musikindustrie von heute ihren Platz gefunden - "wegen des Kontrasts", wie Hauke sagt.