Kritik:Unverwechselbar

Lesezeit: 1 min

Der Blues-Gitarrist und -Sänger Robert Cray gastiert in der Muffathalle.

Von Oliver Hochkeppel, München

Wie 68 sieht Robert Cray nun wirklich nicht aus, selbst wenn man sich in der Muffathalle weit nach vorne kämpft. Sondern eigentlich genau wie beim letzten Mal am selben Ort, nach Kritikerrecherche vor gut acht Jahren. Und auch da sah er lange nicht wie 60 aus. Was perfekt zur Musik passt, die Cray macht. Sein Rhythm'n'Blues hat sich auch kaum verändert, seit er in den Achtzigerjahren mit Alben wie "Strong Persuader" oder "Don't Be Afraid Of The Dark" vier Grammys gewann und groß herauskam. Und egal, ob man sich auf sein Gitarrenspiel an der Stratocaster oder seinen Gesang konzentriert, nach wenigen Takten ist klar, wer da auf der Bühne steht.

Ist doch die bei schneidenden, knochentrockenen Riffs, bei radikal gedämpften, fast heiseren Läufen oder erst recht bei mit Effekt versehenen Akkorden stets singende Gitarre ebenso unverwechselbar wie Crays ausdrucksvolle, zwischen warmem Blues-Timbre und harten Soul-Shouts changierende Stimme. Zumal Cray trotz aller Anklänge an Blues, Gospel, Soul und ein wenig Jazz früh seinen eigenen Stil gefunden hat, der auf das Beste bei all diesen uramerikanischen Musikwelten zugreift. Trotzdem hat sich Cray Experimentierlust und Offenheit bewahrt - in derselben Weise wie bei seiner zweiten Leidenschaft, dem Kochen: Auch da könne man wie bei der Musik kreativ sein, ohne auf bewährte Zutaten verzichten zu müssen, hat er mal gesagt.

Zu den bewährten Zutaten gehören auch seine exzellenten Begleiter. Der Hammond-Organist und Keyboarder Dover Weinberg zuerst, der nicht nur seit gut einem Jahrzehnt in der Robert Cray Band sitzt, sondern dies schon ganz zu Anfang von 1974 bis 1979 tat. Auch der Bassist Richard Cousins ist ein Freund aus Kindertagen, der jüngste der Truppe ist der mustergültig relaxte Drummer Les Falconer. Ein perfektes Paket, mit dem sich Cray in München offensichtlich eine treue Fanbase erspielt hat: Sogar in diesen schwierigen und teuren Zeiten war die Muffathalle ziemlich gut gefüllt.

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