Band der Woche:Vom Hocharbeiten

Band der Woche: Wenn Diorsabe an seiner Musik arbeitet, macht er sich meistens einen Plan, steckt sich Ziele. Manchmal entstehen aber auch Songs ganz spontan. Wie das Lied "Far Away", das ihm auf dem Weg zu seiner Ex-Freundin einfiel.

Wenn Diorsabe an seiner Musik arbeitet, macht er sich meistens einen Plan, steckt sich Ziele. Manchmal entstehen aber auch Songs ganz spontan. Wie das Lied "Far Away", das ihm auf dem Weg zu seiner Ex-Freundin einfiel.

(Foto: Michael Frimpong)

Diorsabe kam aus Nigeria nach München, als er vier Jahre alt war. Jetzt macht er Musik mit Afro-Pop-Einflüssen.

Von Sabrina Ahm

Der RnB- und Pop-Einschlag ist unverkennbar. Die Songtexte sind einfach gehalten, der Fokus liegt auf den Beats. In seinen Vocals arbeitet Diorsabe, 21, der bürgerlich King Chinagorom Ezeoffia heißt, mit langgezogenen Vokalen und dunklen Rap-Passagen. Seine neueste Single "Supposed To" besticht mit einem tanzbarerem Rhythmus als seine anderen Tracks und zeigt viele Afro-Pop-Einflüsse.

Diese Einflüsse lassen sich womöglich auf Kings Herkunft zurückführen. Er ist in Nigeria geboren. Mit vier Jahren kam er mit seiner Mutter nach München, wohin sein Vater schon einige Jahre zuvor ausgewandert war. "Besonders der Übergang von Nigeria nach Deutschland war schwer", sagt King. Damals seien sie Migranten gewesen, mussten erst Deutsch lernen, sich ein neues Leben aufbauen. "Jetzt geht es mir sehr gut. Ich habe ein Zuhause und alles andere, mehr kann ich ja gar nicht verlangen", sagt King, der zurzeit eine Ausbildung zum Fachinformatiker macht. Seine ersten Verbindungen zur Musik entstanden durch seinen Vater, der in einem Trommelkreis trommelte und ihn dorthin mitnahm.

So wie bei "Supposed To" ist auf vielen seiner Songs eine weibliche Gesangsstimme zu hören, die Stimme seiner Schwester Ada. Die beiden haben schon früh ihre Begeisterung für Musik, insbesondere für das Produzieren von Musik, entdeckt. "Die Erfahrung zu sammeln, auch mit anderen Musikern zu interagieren, ist das Beste, was auf mich zukommen kann", sagt King. Weswegen er auch begeistert gewesen sei, als der Künstler Quintah für eine Zusammenarbeit auf ihn zukam. So ist der Song "numb." entstanden.

Wenn King arbeitet, macht er sich Pläne, steckt sich Ziele. Von seinem Vater hat er schon früh den Anspruch an sich übernommen, mehr als andere zu leisten. "Ich weiß, dass ich nicht der Beste bin, dass ich vielleicht nicht der Beste sein kann, aber dass ich mich immer weiter hocharbeiten kann", sagt King. Dennoch ist ihm von seinen acht Tracks "Far Away" der liebste. Der ist auf dem Weg zu seiner Ex-Freundin entstanden. Ausnahmsweise war der Entstehungsprozess ganz spontan und auf chaotische Weise kreativ. Den Song, der am Ende dabei rauskam, beschreibt er so: "Strandstimmung, ganz entspannt, vielleicht noch einen Cocktail."

Diorsabe

  • Stil: RnB, Pop
  • Besetzung: King Chinagorom Ezeoffia
  • Aus: München/Gröbenzell
  • Seit: 2019
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