Riem:Der Tower stand potenziellen Investoren im Weg

Foyer und Untergeschoss werden größtenteils als Präsentationsflächen für die Unternehmensprodukte genutzt. Teilweise fühlt man sich mehr an die OP-Säle eines hochmodernen Krankenhauses erinnert, als an ein nüchternes Bürogebäude. Vilsmeier zeigt auch gern sein kleines Museum, in dem die Geschichte des Unternehmens mit historischer Hard- und Software nachgezeichnet wird.

Als jugendlicher Computer-Nerd mit riesiger Brille sieht man Vilsmeier dabei am Beginn seiner Karriere. Heute beschäftigt er sich nicht nur am Computer mit der Medizin. Die Mitarbeiter sollen auch im Büro etwas für die Gesundheit tun können. Dafür gibt es ein geräumiges Fitness-Center mit Personal Trainer. Für diejenigen, die es etwas softer mögen, hat Vilsmeier das Yogastudio im Turm vorgesehen.

Der gebürtige Münchner hat eine ganz spezielle Beziehung zum alten Riemer Flughafen. Das Elternhaus stand in der Einflugschneise, und wenn er als Jungunternehmer von seinen Auslandsreisen zurückkehrte, freute er sich, wenn der Tower wieder ins Blickfeld rückte und er in München angekommen war.

Nun ist die Brainlab-Zentrale in der Messestadt Riem angekommen. Seit der Verlegung des Flughafens lag das Areal in unmittelbarer Nachbarschaft zur Messe jahrzehntelang brach. Das städtische Grundstück galt sogar als regelrechter Ladenhüter.

Mitten auf dem Gelände stand der Tower als prominente Erinnerung an den ehemaligen Flughafen - aber er stand potenziellen Investoren wohl auch im Weg. Bei der Stadt gab es ernsthafte Planungen, das dominante Bauwerk, für das sich zudem noch hohe Sanierungskosten abzeichneten, an den Rand des Grundstücks zu verschieben.

2013 griff der Münchner Projektentwickler Wöhr und Bauer zu und kaufte der Stadt das Areal ab. Im März 2014 wurde der Mietvertrag mit der Brainlab AG unterzeichnet. Wöhr und Bauer entwickelte bereits das Gebäude für die Linde-Zentrale am Oberanger. Aktuell baut das Unternehmen die Tiefgarage unter dem Thomas-Wimmer-Ring am Rand der Altstadt. Wenn diese fertig ist, wird das Fina-Parkhaus neben dem Hotel Mandarin Oriental abgerissen und durch einen Neubau-Komplex ersetzt.

Das Bürogebäude mit dem historischen Kontrollturm in der Messestadt Riem habe man maßgeschneidert für Brainlab entwickelt, sagt der Chef von Wöhr und Bauer, Wolfgang Roeck. Ein Neubau mit historischem Turm - eine riesige Herausforderung. "Der Tower war völlig marode und instabil; aufwendig musste das Tragwerk ertüchtigt werden", berichtet Roeck. Auch er freut sich, dass es geklappt hat: "Das Bauwerk ist ein Prunkstück geworden."

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