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Bayerische Geschichte:"In Bayern keinen Stein auf dem anderen lassen"

Revolutionäre Soldaten am Schauplatz der Ermordung von Kurt Eisner.

(Foto: Stadtarchiv München)

Wie konnte im konservativ-ländlichen Bayern nahezu widerstandlos die Monarchie abgeschafft werden? Welche Rolle spielte die Spanische Grippe dabei? Elisabeth Angermair und Andreas Heusler erzählen die Geschichte der Revolution von 1918.

Von Wolfgang Görl

Zum 100. Jahrestag der Revolution vom 7. November 1918, in deren Verlauf Kurt Eisner den Freistaat Bayern ausgerufen hatte, sind etliche Bücher geschrieben und publiziert worden, unter denen Volker Weidermanns "Träumer" gewiss das erfolgreichste war, wenngleich nicht das beste. Quasi als Nachzügler ist nun im Volk-Verlag unter dem Titel "Machtwechsel" ein weiteres Revolutionsbuch erschienen, herausgegeben von den Historikern Elisabeth Angermair und Andreas Heusler, die beide am Münchner Stadtarchiv arbeiten. Es enthält die wissenschaftlichen Vorträge, die zu den jeweiligen Jahrestagen im Stadtarchiv München gehalten wurden. Dabei lassen die Autorinnen und Autoren die Ereignisse zwischen Oktober 1918 und Juni 1919 gleich einem Fortsetzungsroman Revue passieren. In diesen zehn Monaten, so schreibt der inzwischen in den Ruhestand getretene Stadtarchiv-Leiter Michael Stephan, habe sich das Gesicht der Stadt München grundlegend verändert: "Kriegserfahrung, Hungerwinter, Friedensdemonstrationen, Revolution und Räterepublik, Ende der Monarchie, Demobilmachung, blutige Straßenkämpfe, Umstellung von Kriegs- auf Friedenswirtschaft sowie endlich demokratischer Neuanfang auch auf kommunaler Ebene, schließlich besorgniserregende Vorzeichen von Inflation, Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise - das waren die komplexen und eng miteinander verwobenen Ereignisse und Zäsuren jener Zeit."

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