Neues aus der Münchner Gastro-SzeneVegane Bistroküche für Flexitarier

Lesezeit: 3 Min.

Sebastian Copien und Jakob Jonas (von links) wollen mit dem Bistro Shrooms eine Lücke in der Münchner Gastro-Landschaft schließen.
Sebastian Copien und Jakob Jonas (von links) wollen mit dem Bistro Shrooms eine Lücke in der Münchner Gastro-Landschaft schließen.
Florian Peljak

In der Maxvorstadt soll mit dem Bistro Shrooms im Herbst ganz gegen den Trend ein veganes Restaurant eröffnen.

Von Sarah Maderer

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Die pflanzenbasierte Küche hat es in München schwer. So schwer, dass sich ihre Vertreterinnen und Vertreter kaum noch das Wort „vegan“ auf ihre Speisekarte zu schreiben trauen – man will schließlich niemanden abschrecken. Ob Fast-Food-Kette, Fine-Dining-Restaurant oder gehobene Küche vom Feinkost-Riesen, die meisten veganen Angebote sind in den vergangenen Jahren aus der hiesigen Gastro-Landschaft verschwunden.

Diese Lücke will Sebastian Copien schließen. Mit seiner veganen Kochschule Copien’s Kitchen hat er sich bereits in Grünwald einen Namen gemacht. Jetzt will der Koch und Kochbuchautor auch im Stadtzentrum Fuß fassen. Im November wird er zusammen mit seinem Team von Copien’s Kitchen in der Maxvorstadt an der Ecke Arcis- und Neureutherstraße das vegane Bistro Shrooms eröffnen.

Das Shrooms soll, so fasst es Copien beim Rundgang über die Baustelle zusammen, französische Bistro-Küche mit dem Handwerk des Fine Dining verbinden: hochwertige Produktküche, raffinierte Soßen und Wohlfühlgerichte wie hausgemachte Pasta. Auch wenn sämtliche Speisen aus rein pflanzlichen Zutaten zubereitet werden, soll das Konzept nicht nur Veganerinnen und Veganer ansprechen.

„Unser Zielpublikum sind die Flexitarier“, erklärt Copien, also Menschen, die sich meist vegetarisch ernähren und Fleisch selten und bewusst konsumieren. Copien findet: „Zuhause gut vegan zu kochen ist schwieriger, als Fleisch selbst zuzubereiten.“ Deshalb halte er es für sinnvoll, auswärts vegan essen zu gehen bei Profis, die den vollen Geschmack aus Gemüse herauszuholen wissen.

Sebastian Copien gelingt das zum Beispiel durch Röstaromen. Das Herzstück des neuen Restaurants, die offene Küche, soll deshalb mit einem großen Grill ausgestattet werden. Daran schließt sich die Anrichte mit Bar an, von deren Plätzen aus man das Geschehen in der Küche mitverfolgen kann. So bleibe der Austausch mit den Gästen, wie man es von seinen Kochkursen gewohnt sei, auch im neuen Bistro erhalten, hofft Copien. Seine Kochschule in Grünwald wird er zum November aufgeben, er sei aber bereits auf der Suche nach einer neuen Location in der Nähe des neuen Bistros.

Nicht nur die Gastronomie in der Maxvorstadt ist ständig in Bewegung, auch im Glockenbachviertel gibt es gerade viele Wechsel. Mitte Juli wurde bekannt, dass das Café Paulo e Pini nach 18 Jahren aus der Klenzestraße 45 ausziehen muss, nachdem das Haus an einen neuen Eigentümer verkauft worden war. Bald darauf verabschiedete sich überraschend das Bingo Bistro mit einem letzten Burger-Samstag von der Westermühlstraße, wo es gut drei Jahre zuvor eingezogen war.

Zeitgenössische griechische Küche im Olea

Zuletzt verkündete die Bar Davide am anderen Ende der Westermühlstraße ihr baldiges Aus. David und Tom Rebl haben die Bar im Herbst 2024 übernommen. Sie sei auch immer gut gelaufen, sagt David Rebl, die Schließung habe vor allem persönliche Gründe. Ab Abend des 7. August wird die Bar ein letztes Mal aufsperren, danach soll an dieser Adresse ein neues Lokal einziehen. Die Nachfolge sei schon geregelt, sagt Rebl.

Inzwischen ist auch geregelt, wer dem ehemaligen Schnitzel-Restaurant Heimwerk in der Müllerstraße Ecke Pestalozzistraße nachfolgt: Vor Kurzem hat hier das Olea eröffnet, das „mediterrane Küche mit griechischer DNA“ verspricht. Das zweistöckige Ecklokal musste nach zwei Wasserschäden aufwendig renoviert werden, deshalb habe das Objekt so lange leer gestanden, erklärt Julien Becker, der das Olea zusammen mit seiner Frau Melanie Adamu betreibt.

Nachdem Beckers Familie nach Griechenland ausgewandert ist, lebte er selbst zwei Jahre in Athen. Daher komme seine Liebe zur griechischen Kulinarik. Er und seine Frau wollten aber nicht noch eine Taverne in München aufmachen, denn davon gebe es schon genug, findet Becker. Deshalb setzten sie im Olea auf zeitgemäße griechische Küche.

Bis 15 Uhr gibt es täglich Brunch mit verschieden belegten Broten, Eierspeisen, Bowls und Salaten. Am Abend stehen dann vor allem Fisch und Gemüse zur Vorspeise auf der Karte sowie im Hauptgang neu interpretierte Fleischspezialitäten der griechischen Küche, aber auch Klassiker wie griechischer Salat und Moussaka. Am Nachmittag kann man außerdem Kaffee, Matcha und hausgemachtes Baklava genießen (Olea, Müllerstraße 49, täglich von 9 Uhr bis Open End, Telefon 089/52078277).

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