Was läuft in der Münchner Gastro-SzeneTipps für feine Geschmacksnerven

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Christian Stahl ist Winzer und hat sich selbst das Kochen beigebracht. Erfolgreich. Sein Restaurant in Mittelfranken wurde mit einem Michaelin-Stern ausgezeichnet. Jetzt ist er zu Gast in München.
Christian Stahl ist Winzer und hat sich selbst das Kochen beigebracht. Erfolgreich. Sein Restaurant in Mittelfranken wurde mit einem Michaelin-Stern ausgezeichnet. Jetzt ist er zu Gast in München. (Foto: Johannes Simon)

Ein Sternekoch und Gastwinzer im Donisl, Austern im Allgäuer Quellwasser und ein Pasta-Kurs im Hotel Marriott City West.

Von Sarah Maderer

Kaum zu glauben, dass die Galerie vom Donisl am Marienplatz nicht jeden Tag voll besetzt ist, wo man doch vom Tisch aus die Türme der Frauenkirche durchs offene Dach sehen kann. Mindestens an einem Sonntag im Monat bleibt dort aber kein Platz unbesetzt, wenn die Wirtsleute Peter Reichert und Franziska Kohlpaintner zum Menüabend mit Weinbegleitung begrüßen. Das Motto: „Gehoben, aber nicht abgehoben“.

Beim Kulinarium, wie die Veranstaltungsreihe heißt, ist jeden Monat ein anderer Koch oder eine andere Köchin zu Gast, deren Wirkungsstätten nicht selten mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet sind. Jedes Mal schließt sich ihnen ein Gastwinzer an, der zum Vier-Gänge-Menü ausgewählte Weine mitbringt. Das Kulinarium am vergangenen Sonntag war da insofern besonders, als für Menü und Weinbegleitung nur ein Gast anreisen musste.

Christian Stahls erster Gang: Forelle, Salzjoghurt, Senf.
Christian Stahls erster Gang: Forelle, Salzjoghurt, Senf. (Foto: Johannes Simon)

Christian Stahl ist nämlich nicht nur gelernter Winzer, er hat sich noch dazu das Kochen selbst beigebracht. Auf seinem Winzerhof im mittelfränkischen Auernhofen stimmt er das Menü stets auf die Weine ab und nicht umgekehrt. So gesehen kann man bei ihm eher von einer Speisenbegleitung sprechen, die seine Weine aus eigenem Anbau optimal zur Geltung bringt.

Dafür wurde Stahls Restaurant vergangenes Jahr erstmals mit einem Michelin-Stern geadelt. Bei seinem Gastspiel im Donisl verzichtet er aber auf große Kunststücke auf dem Teller. Ob Forelle, Kalb, Flat-Iron-Steak oder Crêpe Suzette, bei jedem Gang ist der dazugehörige Wein das, was im Gedächtnis bleibt.

So beeindruckend Stahls Blanc de Noirs Brut oder Grande Reserve Chardonnay sein mögen, die größte Überraschung des Abends ist sein Müller-Thurgau; eine Rebsorte, die allgemein eher einen schlechten Ruf genießt – zu Unrecht, wie Stahl beweist. Der Donisl hat ihn nun in seine Weinliste aufgenommen, sodass man ab sofort Wirtshaus-Klassiker mit dessen Frankenweine kombinieren kann (Kulinarium im Donisl, Termine und Programm unter www.donisl.com).

Mit einem gepflegten Glas Wein wird auch in der Alten Brennerei in Pullach das Wochenende eingeläutet. Bei schönem Wetter lädt das Ehepaar Lisa und Sebastian Fasching immer freitags und samstags zu den „Terrassentagen“ ein. Von 15 Uhr an wird Wein oder Crémant ausgeschenkt, dazu serviert die Küche kleine Speisen zum Teilen, die sonst nicht auf der Karte stehen, etwa gedämpfte Artischocke mit Dips, Brotsalat mit Burrata oder Austern aus – ja, wirklich – Bayern!

„Die bekommen wir von einer Austernmanufaktur im Allgäu, die halbfertige Austern aus Irland holt und sie anschließend mit Allgäuer Quellwasser reinwäscht und veredelt“, erklärt Lisa Fasching. Wer mag, bekommt sechs dieser Allgäuer Austern im Paket mit einer 0,3- Liter-Flasche Champagner für 66 Euro. Alle anderen Snacks kosten pauschal je 15 Euro, die Getränke bestellt man à la carte dazu.

Für die Terrassentage kann man ohne Reservierung spontan vorbeikommen, allerdings erst von nächster Woche an, wenn Faschings aus dem Urlaub zurück sind – dann aber bis in den Oktober hinein, sofern der Sommer mitspielt (Alte Brennerei Pullach, Habenschadenstraße 4a, Terrassentage ab dem 22. August jeden Freitag und Samstag ab 15 Uhr, www.altebrennereipullach.de).

Bei 30 Grad plus lautet die Devise beim Essen: je leichter, desto besser. Pasta scheint aber immer zu gehen, selbstgemachte sowieso. Beim Pasta-Kurs vom Restaurant Assoluto im Hotel Marriott City West lernt man nicht nur, wie das geht, sondern darf das eigene Werk beim anschließenden Drei-Gänge-Menü gleich verspeisen. Der Workshop findet meist monatlich statt und beginnt jeweils um 16.30 Uhr mit einem Aperitif.

Danach zeigt Küchenchef Marco De Cecco, wie die Teilnehmer ihren selbstgemachten Pastateig formen und füllen können, beispielsweise zu halbmondförmigen Mezzelune mit einer Füllung aus Pilzen, Ricotta und Garnelen. Die Pasta wird dann der Hauptgang, zur Vorspeise gibt es gemischte Antipasti und zum Dessert Tiramisu. Ob das noch als leichtes Sommeressen durchgeht, sei jedem selbst überlassen („Pasta Class“ am 30. August und 20. September, Assoluto Ristorante & Vineria im Marriott City West, Landsberger Straße 156, 99 Euro p.P., Anmeldung über https://visitstore.bio/pasta-kochkurse).

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