Ein Streichquartett zum Abendessen, das hat schon was. Und wenn es dann noch an einem ungewöhnlichen Ort aufspielt, dann dürfte eigentlich kaum noch etwas schiefgehen. Das kleine Münchener Kammerorchester zum Beispiel hat während der Pandemie Videos im Frisiersalon, in einer Autowerkstatt oder in Schumann’s Bar gedreht. Das kam sehr gut an. Und ein bisschen knüpfen jetzt die Münchner Philharmoniker daran an, die sich mit dem Luxushotel Mandarin Oriental zusammengetan haben, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert.
Deshalb lädt das Hotel im Rahmen seiner Jubiläumsfeierlichkeiten am kommenden Montag auch ein Streichquartett der Münchner Philharmoniker zum Rooftop-Konzert auf seine Dachterrasse ein, von der aus man einen spektakulären Rundblick über die Dächer der Innenstadt genießt. Das Konzert findet nicht ohne Hintersinn hier statt, denn das neoklassizistische Gebäude, in dem sich das Hotel heute befindet, hieß einst „Centralsäle“ und war ein Ball- und Konzerthaus, in dem um 1880 herum das Kaim-Orchester probte und konzertierte, der Vorläufer der heutigen städtischen Münchner Philharmoniker.
Ein Schlaglicht also auf die Historie des Hauses. Das Quartett aus den Musikern Bernhard Metz und Ohad Cohen (Violine), Beate Springorum (Viola) und Sven Faulian (Violoncello) hat ein durchaus buntes, aber stimmiges Programm dafür zusammengestellt. Neben Mozart, Dvořák und Tschaikowski sind auch Werke von Ennio Morricone, Johann Schrammel, Scott Joplin und Irving Berlin vorgesehen.
Dazu gibt es unter dem Titel „Symphony of Flavours“ ein dreigängiges Menü, das angeblich extra von Nobuyuki Matsuhisa für diesen Abend zusammengestellt wurde, dem internationalen Starkoch, der auch das Restaurant Matsuhisa im Hotel betreibt und mit seiner japanisch-peruanischen Fusionsküche berühmt wurde. Der Mann ist das ganze Jahr über in der Weltgeschichte unterwegs und betreut seine insgesamt gut 50 Restaurants und 13 Hotels in 22 Ländern. Allzu sehr dürfte er sich deshalb bei der Kreation seines Menüs wohl nicht in die Tonwelten von Dvořák bis Schrammel vertieft haben, aber das muss man ihm nachsehen. Dafür gibt es auch bei ihm bewährte Klassiker wie den mit Miso glasierten Black Cod, eine Auswahl an Sushi und zum Nachtisch Nobu Cheesecake (Mandarin Oriental, Neuturmstraße 1, Montag, 8. September, 19-21 Uhr, Karten in vier Kategorien zwischen 90-170 Euro, zu buchen über https://www.mandarinoriental.com/en/munich/altstadt/dine/munich-sushi-club).

Ein Klassiker anderer Art ist die Königsquelle im Gärtnerplatzviertel. Das beliebte Lokal, bekannt vor allem für seine österreichischen, italienischen und französischen Spezialitäten, galt lange Zeit als das Lokal mit dem besten Wiener Schnitzel der Stadt. Leider aber musste es Ende vergangenen Jahres schließen. Nun feiert es demnächst seine Auferstehung: Thomas Zufall, der Inhaber der nach wie vor höchst erfolgreichen Themenbar München 72 mit Restaurant am Holzplatz, hat das Lokal übernommen. Er will das Konzept behutsam auffrischen und ein anspruchsvolles jugendlicheres Publikum gewinnen. „Bowls, Pizza oder Matcha“ und die übliche Szenekost wird es nicht geben, sagt er: „Wir bringen die Königsquelle zurück – mit neuem Team, neuem Konzept und liebevoll renoviert, aber mit dem vertrauten Charme.“ (Königsquelle, Baaderplatz 2, Neueröffnung voraussichtlich am 8. Oktober).

