Was läuft in der Münchner Gastro-SzeneErfahrungshungrig durch Münchner Restaurants

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Vieles im Restaurant Koji ist pflanzenbasiert, und sogar die Truffle Beef Roll ist hier vegetarisch.
Vieles im Restaurant Koji ist pflanzenbasiert, und sogar die Truffle Beef Roll ist hier vegetarisch. Robert Haas

Japanische Entdeckungen im Koji, asiatische Nudeln im Honghong Ramen und ein Sonntagsschmaus im Polka.

Von Sarah Maderer

Wer ein ehemaliges Kleidungsgeschäft in ein stilvolles Restaurant verwandeln will, braucht gute Nerven. Von Küche, Bar, Lüftungssystem und Sanitäranlagen bis hin zur Einrichtung muss von Grund auf alles neu gemacht werden. Für sein neuestes Projekt, das Restaurant Koji im Westend, hat Duy Nguyen diese Strapazen auf sich genommen.

Seine beiden ersten Lokale eröffnete der Junggastronom in Giesing, vor sechs Jahren das vegane Restaurant Hippie Chay, das es inzwischen nicht mehr gibt, und zwei Jahre später das Ahimsa, wo bis heute vegane asiatische Fusions-Küche auf den Tisch kommt. Mit dem Koji wollte Nguyen in einem anderen Viertel Fuß fassen und ist an einer der belebtesten Ecken im Westend fündig geworden, am oberen Ende der Parkstraße gegenüber vom Café Marais.

Dass hier zuvor Klamotten verkauft wurden, sieht man dem Koji nicht an. Der kleine Gastraum in Rostrot und Altrosa wirkt warm und einladend. Gekocht wird vorwiegend japanisch, anders als im Ahimsa aber nicht rein vegan. Der Großteil der Speisekarte ist und bleibt zwar pflanzenbasiert, bald will Nguyen aber auch Thunfisch, Lachs und Hamachi im Omakase-Menü anbieten.

Im Japanischen bedeutet „Omakase“ so viel wie „Ich überlasse es dir“ – man lehnt sich also zurück und lässt sich von der Küche überraschen. Beim Omakase-Menü ohne Fisch werden die Udon-Nudeln in Cashew-Soße und die geschmorte Aubergine mit Miso-Glasur jeden Vegetarier überzeugen; und selbst Fleischesser dürften beim veganen Tuna Tatar und beim Beef Tataki aus fermentiertem Soja nichts vermissen, so intensiv sind sie im Geschmack (Koji, Parkstraße 1, Dienstag bis Sonntag 17 bis 24 Uhr, Telefon 089/45358440, www.kojirestaurant.de).

Während die einen mit ihrem Lokal bei Null anfangen müssen, brauchen andere so gut wie nichts an der Einrichtung zu verändern. Zum Beispiel unterscheidet sich das neue Restaurant Honghong Ramen an der Müllerstraße nahe dem Sendlinger Tor kaum von seinen Vorgängerlokalen. Die Polsterstühle aus senfgelbem Samt und den goldenen Bartresen dürften viele noch von der Cocktailbar The Foundry kennen, nach deren Schließung für kurze Zeit ein Giesinger Stehausschank eingezogen war.

Jetzt also Dumplings und Curry statt Cocktails und Bier. Das Asia-Restaurant ist ein weiterer Ableger von Honghong Noodles an der Leopoldstraße (auch in Garching gibt es einen), der seit Jahren authentische und hervorragend zubereitete chinesische Spezialitäten zu unfassbar günstigen Preisen anbietet. Die Preise in der Müllerstraße wurden zwar ans Glockenbachviertel angepasst, fallen aber immer noch gemäßigt aus.

Bei Honghong Ramen gibt es mehr Nudelgerichte als in der Leopoldstraße, allerdings darf man sich unter „Ramen“ keine Suppenschalen nach japanischem Vorbild vorstellen. Stattdessen bekommt man hier breite, selbstgemachte Biang Biang Nudeln, die zum Beispiel mit zart geschmortem Rind, Tomaten und Ei zubereitet werden (15,90 Euro). Wobei ja „Ramen“ nichts anderes bedeutet als „handgezogene Nudel“, von daher ist der Name dann doch Programm (Honghong Ramen, Müllerstraße 51, Montag bis Samstag 11 bis 15 Uhr und 17 bis 22.30 Uhr).

Sonntagsschmaus in Haidhausen

Chinesische Nudeln kommen im Speiselokal Polka am Pariser Platz eher nicht auf den Tisch. Bei dessen allmonatlichem „Sonntagsschmaus“ wäre das aber pauschal nicht auszuschließen, denn das kulinarische Thema dieser Dinner-Abende ist immer ein anderes, je nachdem, ob sich dem Polka-Küchenteam ein Gastkoch oder eine Gastköchin anschließt.

Beim nächsten Sonntagsschmaus am 31. August geht es nach Österreich. Es gibt Kopfsalat mit „Wiener Marinade“ (dabei soll es sich um ein klassisches, säuerliches Salatdressing handeln), Tafelspitz mit Salzkartoffeln und Zitronensoße, Krautfleckerl mit Rahmgurkensalat, Buchteln mit Marille und Quitten-Secco zum Anstoßen. Die Gerichte müssen nicht alle im Menü bestellt werden, es gibt sie auch einzeln oder zum Teilen für die Tischmitte (Sonntagsschmaus „Wiener Schmäh“ im Polka, Pariser Straße 38, 31. August von 17 bis 21 Uhr, Telefon 089/89068391, www.polka-polka.de).

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