Restaurants:Hier können Sie toll Burger essen

Ob klassisch mit Rindfleisch, Avocado oder Walnussschnitzel: Wir haben sechs Bratereien in München getestet.

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Hamburgerei - Bajuwarisch statt hanseatisch

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Quelle: Stephan Rumpf

Okay, es ist eine Sache des Humors, ob man die Beschriftung Burger und Burgerin an den Toilettentüren lustig findet. Aber immerhin setzt der Kalauer fort, was schon der Name des Lokals - Hamburgerei - überdeutlich ausdrückt: Das hier! Ist ein! Burgerlokal! Ausrufezeichen!

Die Macher der schlicht, aber stilvoll-bunt eingerichteten Hamburgerei setzen auf frische Produkte aus der Region und tun gut daran. Das Fleisch wird zweimal täglich durch den Fleischwolf gedreht, die Semmeln stammen aus einer Laimer Bäckerei. Das schmeckt den Büromenschen, die hier lunchen, genauso wie den vielen Studenten, die hier ein und aus gehen.

Sechs verschiedene Burger stehen auf der Karte, dazu zwei fleischlose. Wie überall gibt es natürlich einen klassischen Hamburger. Dieser ist hier mit hausgemachtem Senf-Gurken-Chutney, Tomatensalat und - der Clou - karamellisierten Zwiebeln belegt. Lohnenswert ist auch der "Bayer" mit Obatzdem, Krautsalat und Radieserlsprossen - eine gewagte Kombi, die sich aber wunderbar verbindet mit dem würzigen Grillgeschmack des auf dem heißen Stein medium gebratenen Fleischpflanzerls (200 Gramm!).

Bavaria meets Burger: ein exzellenter Sattmacher, zu dem zum Beispiel ein Zwicklbier von Maierbräu Altomünster passt. Die Regionalität gilt hier lobenswerterweise auch für das Bier. Wer es alkoholfrei mag: Auch Fritz Kola, Limonaden oder Saftschorlen gibt es. Danach ein Stamperl Schnaps oder Longdrinks an der Bar.

Brienner Straße 49, Tel. 089/20092015, www.hamburgerei.de

Andreas Schubert

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Holy Burger - Oder: Holy Haidhausen

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Quelle: Stephan Rumpf

Wie soll es schon aussehen, wenn ein paar Jungs aus der Werbebranche einen Burgergrill aufmachen? Chic natürlich. Auf eine moderne Weise chic. Ein bisschen auf Abbruchbude gestylt, weiß getüncht, mit Bartresen und kantigen Metallmöbeln. Ein ehemaliges Ladengeschäft in Haidhausen heißt jetzt "Holy Burger". Und - holy cow - wenn es Burger sein sollen, dann diese.

100 Prozent Biofleisch vom Herrmannsdorfer. Verschiedene Variationen und Größen von klassisch über mexikanisch, bis französisch (mit Brie und Schalotten). Auch vegetarische Varianten mit Kichererbse, Schwarzbohnen-Patty oder Rote Bete sind im Angebot. Dazu 100 Prozent Bionaden, Fritz-Kola und original Haidhauser Ingwer-Hibiskus-Mix sowie Salat und empfehlenswerte Coleslaw zum Selbernehmen aus dem Kühlschrank.

Was man bis jetzt sagen kann: Der Laden brummt, nach 19 Uhr wird's eng, und das, obwohl noch ein paar Sachen glatt gezogen werden müssen, die man nicht nur wegen der Gaststättenverordnung, sondern auch der Annehmlichkeit halber brauchen kann. Ein WC zum Beispiel, zu dem man nicht (ausnahmsweise) durch die Garageneinfahrt nebenan muss. Und ein Bier wäre auch recht, was leider, ebenso wie die interessant klingenden Weine, bislang nur zum Mitnehmen ausgegeben wird. (Sofern hier nicht auch mal eine Ausnahme... Aber pssst.)

Das große Manko wird allerdings am nächsten Tag klar, wenn die Kleider genauso riechen wie die leckeren Fritten, die es zum leckeren Burger dazu gab. Die Abzugshaube ist - holy shit - definitiv überfordert.

Wörthstraße 7, Tel. 089/46229355, www.holyburgergrill.de

Patrick Illinger

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Ruff's Burger - Üppig, aber unkreativ

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Quelle: Stephan Rumpf

In der kleinen Burgerbraterei in Altschwabing gibt es solide Rindfleischbuletten in der Semmel - nicht weniger, aber auch nicht mehr. Die Zutaten bei Ruff's Burger sind frisch und das Fleisch bester Qualität. Doch bei der Zusammenstellung der Burger-Varianten fehlt eindeutig etwas Phantasie. Der "Giggly Burger" (8,30 Euro) etwa, der mit gebratenen Balsamicozwiebeln, Chesterkäse, BBQ-Sauce und Sweet Honey Mustard daherkommt, schmeckt einfach nur nach bodenständigem Burger.

Für Gäste, die ausgefallenen Schöpfungen exaltierter Küchenchefs eher skeptisch gegenüberstehen, mag das sogar von Vorteil sein. Ansonsten sind die Burger bei Ruff's üppig belegt, das Fleisch ist derart saftig, dass beim Hineinbeißen der Bratensaft heruntertropft, und die Belgischen Pommes (3,80 Euro) sind außen knusprig und innen wunderbar weich. Die Saftigkeit hat nur einen Nachteil: Sie weicht das Brötchen vollkommen durch, sodass man nach dem Verzehr erst einmal gründlich die Hände waschen muss.

Im Inneren der kleinen Imbissbude gibt es nur wenige Sitzplätze, dafür aber draußen auf dem Gehsteig eine Sonnenterrasse, die selbst an warmen Wintertagen frequentiert wird. Doch viele Kunden bestellen sowieso telefonisch oder per App und nehmen sich ihr Essen mit nach Hause.

Occamstraße 4, Tel. 089/12598616, www.ruffsburger.de

Beate Wild

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Rotkäppchen - Schlicht, aber okay

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Quelle: Stephan Rumpf

Burger und Cocktails, auch für Studenten erschwingliche Preise und eine Atmosphäre, in der das Ausgehen schon beim Abendessen beginnt: Nicht nur die Wahl des Namens zeigt, dass sich das "Rotkäppchen" am Konzept von "Hans im Glück" orientiert.

Im Vergleich zum Original wirkt das Lokal freilich etwas altbacken mit seiner Fototapete (Deutscher Wald) und dem Nullerjahre-Interieur in dunkler Holzoptik. Macht aber nichts, das Publikum ist auch nicht mehr so jung, wie es die halblaute Beschallung mit Musik aus den Charts erwarten ließe.

Und vor allem: Am Essen lässt sich ebenso wenig herummäkeln wie an den Drinks. Die Burger (7 bis 8,90 Euro) gibt es in allen möglichen Variationen, selbst Vegetarier können noch auswählen zwischen Gemüse- und Walnusspflanzerl. Das Fleisch ist saftig, das Brötchen resch, die handgeschnittenen Fritten (zum Burger 3,20 Euro) außen knusprig und innen weich.

Der Basis-Burger kommt nur mit Salat, Zwiebeln und Majo daher und lässt sich ohne Kleckern essen. Wenn man Käse und Avocado oder den fast schon als Konfitüre zu bezeichnenden Feigensenf und Ziegenkäse dazu wählt, wird es schon schwieriger. Aufpassen muss man auch bei den Drinks - die sind durchaus gehaltvoll. Kann also gut sein, dass wir wiederkommen - wenn wir Hunger haben und gerade in der Nähe sind.

Lindwurmstraße 139a, Tel. 089/41144273, www.rotkäppchen-burgergrill.de

Wolfgang Krause

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The Burger House - Drei Burger statt einem

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Quelle: Stephan Rumpf

Es gibt Burger, deren optische Anmutung einen schon vom Verzehr zurückschrecken lassen. Nicht weil sie irgendwie unästhetisch daher und auf den Tisch kämen. Sondern weil sie so double- und triple- und jumbo-mäßig daherkommen, dass man an die Urangst vorm Kieferklempner denken muss. So etwas gibt es auch im "Burger House". Solche Giganten sind dann buchstäblich nicht mehr mit Händen zu greifen, also eigentlich ziemlich unburgermäßig.

Dafür ist man im "Burger House" auf die clevere Idee gekommen, einen Dreier anzubieten: drei kleine (also eigentlich normalgroße) Burger nebeneinander, (fast) freie Auswahl aus dem Sortiment, ziemlich gut, um sich durchzuprobieren und, ja, auch mal die Hände zu benutzen (13,99 Euro). Sogar Kreationen aus dem Tagesangebot dürfen beim Dreier vorkommen. Man kann vielleicht darüber streiten, ob Trüffel und Burger zusammenpassen. Aber wer die Edelknolle liebt, wird an dieser Versuchung kaum vorbeikommen.

Etliche Burger sind spanisch-lateinamerikanisch inspiriert - mit Guacamole, Jalapeños und Bacon (9,99 Euro). Das Ambiente erinnert angenehm an eine Studentenkneipe. Die Bedienung ist aufmerksam. Und dem Fleischpflanzlbrater kann man bei seinem Tun auf die Finger schauen. Nur die "hand-cut" Kartoffelschnitze... Egal, dafür gab's Trüffel. (Martin Bernstein)

Ismaninger Straße 5, Tel. 089/88903550, www.theburgerhouse.com

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Hans im Glück - Im Geißbock-Heim

Burgerlokal "Hans im Glück" in München, 2015

Quelle: Stephan Rumpf

Eines muss man der jungen Münchner Kette "Hans im Glück" lassen: Das Essen dort ist wirklich gut. Die originellen Varianten heben "Hans im Glück" von anderen Bratern ab. Der "Geißbock" zum Beispiel, der mit Ziegenkäse und Feigensoße eine milde Süße auf die Zunge bringt, die perfekt zum würzigen Rinderhack passt. Oder der "Hans im Glück", der mit Parmaschinken, italienischem Hartkäse, Rucola und Balsamico sehr dezent scharf-salzig daherkommt.

Insgesamt stehen 30 verschiedene Burger auf der Karte, darunter sieben vegetarische und vier vegane. Bei allen kann der Gast zwischen zwei Brotsorten wählen. Auch die Beilagen (verschiedene Salate oder Pommes) lohnen sich. Die Hans-im-Glück-Filialen (in München gibt es 13) sind gemütlich mit Birkenstämmen ausstaffiert und erinnern an einen Märchenwald. Das weiß das vorwiegend junge Publikum zu schätzen, auch unter der Woche ist es etwa am Goetheplatz ziemlich voll.

Nur der Service dort ist wankelmütig: An manchen Tagen freundlich und schnell, an anderen überfordert. Und warum ausgerechnet in der Bierstadt München spanisches San Miguel ausgeschenkt wird - ein Rätsel. Deshalb der Tipp: Ein Blick auf die Wein- und Cocktailkarte lohnt sich.

Filialen und Telefonnummern unter www.hansimglueck-burgergrill.de.

Andreas Schubert

© Süddeutsche.de/tba/imei
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