Restaurant-Tipps:Acht richtig gute Griechen in München

Ob gemütlich oder gehoben, mit Souvlaki oder frischem Fisch, Party oder Biergarten: Diese griechischen Restaurants sind etwas Besonderes.

Klassiker ohne Kitsch: Kalypso (Schwabing)

1 / 8
(Foto: Stephan Rumpf)

Das Kalypso in Schwabing ist im Kleinen ein bisschen wie die Stadt München. Als Gast muss man besonders am Wochenende fast dankbar sein, überhaupt hier sein zu dürfen. Reservieren empfiehlt sich also, und auch dann kann es vorkommen, dass man drinnen ebenso lange den Tisch sucht wie draußen einen Parkplatz. Am Freitag und Samstag werden die kleinen hellblauen Tische sogar doppelt besetzt (19 - 21 Uhr, 21 - 23 Uhr). Weil jeder Immobilien-Meter Gold wert ist, stehen sie sehr, sehr eng beisammen. Die einen finden das gemütlich, die anderen gehen mit den Schwiegereltern wegen des Lärmpegels nicht wieder hin. Die Stühle mit geflochtener Sitzfläche überstehen wilde Tanzerei zu später Stunde. Wie München auch, schwankt das Personal im Kalypso stets zwischen kühler Arroganz und bayerischer Herzlichkeit. Glücklicherweise fehlt jeglicher Billig-Tavernen-Klischeekitsch, die Wände sind schlicht weiß mit dezenten Bildern. Einziges Zugeständnis an München: ein Porträt des bayerischen Königs Otto. Die Griechen-Klassiker wie Gyros und Souvlaki schmecken gut und sind bezahlbar. Besonders lecker: Bifteki mit hausgemachten Pommes. Fischliebhaber finden Dorade vom Grill und Baby Calamares. Exakt die gleiche Speisekarte gibt es übrigens auch im Paros (siehe Bild 2) und im Melina Merkouri. Zufall? Nein, alle drei Läden führt Florian Faltenbacher, der längjährige Milchbar-Betreiber und früherer Geschäftsführer von Münchens erstem Partygriechen überhaupt: dem längst geschlossenen Cavos am Englischen Garten. Kalypso, Agnesstraße 8, Täglich ab 17 Uhr, Tel.: 089-20 03 86 86. Mehr hier.

Party: Paros (Haidhausen)

2 / 8
(Foto: Florian Peljak)

Es war mal eine Zeit, da war "Partygrieche" noch eine eigene Restaurant-Gattung in der vergnügungswilligen Stadt München. Diese Zeit ist nur wenige Jahre her, die Griechen hießen Cavos, Paros, Molos und Kytaro. Die Partygriechen zeichneten sich dadurch aus, dass es bei ihnen laut war und voll und eng, und dass der Ouzo floss wie Milch und Nektar im Paradies. Und wenn aufgegessen war, tanzten die angeheiterten Gäste zu Chartmusik und warfen Servietten durch die Luft. Nach Anwohnerbeschwerden, Immobilienproblemen und Konzeptänderungen ist das Paros in der Kirchenstraße nun fast das letzte seiner Art. Am Wochenende reservieren hier Geburtstagsrunden und Junggesellenabschiede, die ein bisschen was Besonderes machen wollen, aber bitte nicht gleich Club. Das Essen ist gut und reichlich, es muss schließlich eine Grundlage her für all den Ouzo, und es muss, ähnlich wie auf der Wiesn, ein gewisser Pegel her, um sich auf die ungeschriebenen Feiergesetze einzulassen, nämlich euphorisch mit Papierservietten zu Shake-Your-Booty-Musik um sich zu werfen. In diesem Sinne: Yamas! Paros, Kirchenstr. 27, Mo. bis So. 17 bis 1 Uhr, Tel.: 089 470 29 95, essen@paros-muenchen.de

Urig-bodenständig: Anti (Glockenbachviertel)

3 / 8
(Foto: Stephan Rumpf)

Es gibt diese Lokale, die einem immer wieder empfohlen werden, weil sie für so viele Menschen das Lieblingslokal sind. Das Anti ist so eines. Nicht nur Nachbarn aus dem Glockenbachviertel sind hier Stammgäste. Das liegt am guten Essen und an der einzigartigen Atmosphäre. Draußen sitzt man auf dem Gehsteig, der einer der besten Orte ist, um das Viertel im Sommer zu erleben und noch weiterzuziehen. Drinnen ist es barartig-schummrig und verwinkelt, mit Balken in den Wänden und Kerzen auf den Holztischen. Wer Glück hat und es romantisch haben möchte, erwischt vielleicht sogar die kleine private Nische. Wer ebenso Glück hat, erwischt nette Nachbarn an einem der großen Tische, dann kann es vorkommen, dass später am Abend jemand Musik macht. Die Karte ist mit vielen Klassikern ähnlich urig-bodenständig wie die Stimmung, die Preise sind moderat. Besonders gut schmeckt die Mischung an kalten und warmen Vorspeisen. Und natürlich gibt es Ouzo. Was man nicht machen sollte: Nach türkischem Kaffee fragen. Dann gibt es noch mehr Ouzo. Anti, Jahnstraße 36, täglich 17-1 Uhr, sonntags zusätzlich 12-15 Uhr, Telefon 089/268337

Tradition und Fisch: Kyklos (Neuhausen)

4 / 8
(Foto: Robert Haas)

Das Kyklos in Nähe der Donnersbergerbrücke rühmt sich auf seiner Homepage als "älteste griechische Taverne in München". Gegründet wurde sie 1972 vom Schauspieler Janis Kyriakidis, seit 1982 führt die Familie Feloukis das Restaurant. Es liegt in einer ruhigen Seitenstraße der Donnersbergerstraße. Im Sommer spenden Kastanienbäume Schatten und Olivenbäume in Tontöpfen sorgen für Mittelmeer-Flair. Nebenan ist ein Spielplatz, falls es den Kindern am Tisch zu langweilig wird. Die Karte ist nicht überfrachtet und setzt auf Klassiker, von gefüllten Weinblättern bis zum Gyros. Ein besonderer Tipp: Der frische Fisch. Wer ordentlich Hunger hat, sollte die Fischplatte probieren. Die ist, wie die meisten Gerichte im Kyklos, nicht billig, überzeugt aber durch Vielfalt, Qualität und Geschmack. Als Dessert empfiehlt der freundliche Kellner das Baklava: "Hausgemacht", wie er versichert. Tatsächlich, es ist weniger klebrig als normal und schmeckt angenehm nach Weihnachten. Jetzt noch ein letztes Glas kühle Retsina unter den großen Kastanienbäumen und dann zurück aus dem Kurzurlaub. Griechenland in München, das geht. Kyklos, Wilderich-Lang-Straße 10, Mo-Sa 16-24 Uhr, So und feiertags 11.30-24 Uhr, Telefon: 089/16 26 33. Mehr hier.

Lokal des Jahres: Troja (Laim)

5 / 8
(Foto: Robert Haas)

Gegrillte Oktapodi, Lammhaxe mit Feta, süße Schokotörtchen: Das Troja in Laim überzeugt durch eine vielfältige griechisch-mediterrane Küche. Ein Gericht möchte Restaurantchef Kostas Papadhimas aber besonders empfehlen: Die rote Beete auf Rucola mit gegrilltem Ziegenkäse, Thymian-Honig und Walnüssen. "Das ist sehr leicht und sehr gesund", sagt er. Sein Lokal wurde 2015 renoviert, die Inneneinrichtung ist gehoben, die Atmosphäre angenehm - und natürlich gibt es ein trojanisches Pferd an der Wand. An schönen Sommertagen zieht es die Gäste aber nach draußen auf die Terrasse und in den großen Biergarten. Dort gibt es neben einem Wasserbrunnen auch einen Spielplatz. Kein Wunder, dass das Troja 2017 als "Lokal des Jahres Bayern" ausgezeichnet wurde. Troja, Stürzerstraße 38, Mo - Fr 7 Uhr bis 1 Uhr, Sa, So und an Feiertagen 11.30 Uhr bis 14.30 Uhr sowie 17 Uhr bis 1 Uhr, Telefon: 089/562470

Kuscheliger Biergarten: Lucullus (Untergiesing)

6 / 8
(Foto: Angelika Bardehle)

Dass einer der gemütlichsten Biergärten Münchens ausgerechnet zu einem Griechen gehört, mag manchen Traditionalisten erschüttern. Wobei die Terrasse des Lucullus bei Traditionalisten wohl kaum als Biergarten durchgeht: Schließlich sitzt man nicht unter Kastanien, sondern unter Kletterpflanzen, und Essen sollte man auch nicht selbst mitbringen. Muss aber auch keiner. Die Gerichte hier sind gut und günstig, kommen rustikal und in großen Portionen daher. Rustikal ist auch die Inneneinrichtung des Lucullus. Mit den holzvertäfelten Wänden und groben Bänken erinnert es drinnen an ein bayerisches Wirtshaus. Empfehlenswert ist der Tintenfisch und alles, was auf der Tageskarte steht. Mancher Gast kommt auch nur auf ein Helles vorbei, ist aber dann doch versucht, noch eine Vorspeisenplatte oder wenigstens einen Nachtisch zu probieren. Wer schick essen gehen möchte, ist hier falsch, aber wer einen gemütlichen Abend an einem der schönsten Flecken Untergiesings verbringen will, ist genau richtig. Vor allem im Sommer, im Ouzogarten, der übrigens nie so leer ist wie auf diesem Foto. Lucullus, Birkenau 31, täglich 17 bis 0 Uhr, Telefon: 0897662951. Mehr schöne Biergärten gibt es hier.

Essen statt Optik: Kalami (Haidhausen)

7 / 8
(Foto: Florian Peljak)

Auf den ersten Blick wirkt das Kalami unspektakulär: einfache Wirtshaustische, weiße Holzdecke, eine kleine Bar mit zwei Säulen gegenüber dem Eingang. Aber wegen der Optik kommt man auch nicht hierher, sondern wegen des Essens. Und das ist hervorragend. Die Vorspeisen geben häufig ja eine Vorahnung, was von der Küche zu erwarten ist - und das ist im Fall vom Taramas, also Fischrogen, der nicht zu salzig daherkommt, und Saganaki mit Pita vielversprechend. Der Hauptgang übertrifft dieses Versprechen. Zu empfehlen ist vor allem das Lamm-Souvlaki mit Kartoffeln, Tzatziki und Salat, das gut gewürzt und äußerst saftig serviert wird. Das Kalami ist ein typisches Restaurant in Haidhausen für Haidhauser: Da sitzt die Familie mit zwei Kindern, dort die erwachsene Tochter mit ihrem Vater, und im Eck zwei Freundinnen neben dem Pärchen, das nach einer anstrengenden Woche entspannt ins Wochenende starten möchte. Zum Abschluss des Abends gibt's natürlich einen Ouzo aufs Haus. Der nette Lokal-Inhaber trinkt da manchmal auch selbst einen mit. Kalami, Kellerstraße 45, täglich von 17 bis 1 Uhr, Tel.: 089/487282

Entspannt: Armonia (Sendling)

8 / 8
(Foto: Florian Peljak)

Die Taverne Armonia in Sendling ist wie Sendling selbst: Gott sei Dank noch nicht hip, einfach zum Wohlfühlen. Hier kann man entspannt essen, ohne dem Nachbarn auf dem Schoß zu sitzen. Serviert werden griechische Klassiker. Extrawünsche stressen niemanden, das Personal ist zuvorkommend und liest jeden Ouzo-Wunsch von den Augen ab. Samstags gibt es griechische Live-Musik. Im Sommer kann man an der ruhigen Aberlestraße draußen sitzen. Das Restaurant ist groß, es gibt also genug Platz für große Feiern. Auch Kindern gefällt es. Das Essen ist hervorragend, die Köche sparen beim Tsatziki allerdings nicht am Knoblauch. Aber das hat die wenigsten davon abgehalten, nach einigen Ouzos aufs Haus zu knutschen. Taverne Armonia, Aberlestraße 1, Di bis So 11:30 bis 15 Uhr; 17:30 bis 0 Uhr, Telefon 089 74409600

© SZ.de - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: