Restaurant Savanna Etwas zu viel Tamtam

Die Speisekarte bietet im Wesentlichen Varianten vom südafrikanischen Rind, Huhn, Zebra, Krokodil und einem "Exoten der Saison", derzeit wird Gnu serviert. Zur Vorspeise kommt das Fleisch als Spießchen, zum Hauptgang als Steak vom Grill. Wobei man sich vorher über die Preise im klaren sein sollte, Exotenfleisch ist ein wenig teurer, da unterscheidet sich ein Restaurant nicht vom Gourmet-Versand. Das Einzelspießchen schlägt im Savanna mit 5,50 Euro zu Buche, das Steak vom Zebra kostet 25, Gnu 29.50 Euro. Beilagen wie Soßen werden extra berechnet, und die Portionen sind womöglich etwas kleiner als in einem gängigen Steakhouse.

Exotische Restaurants in München

Gehen wir zum Seycheller?

Doch zeigte sich bereits bei der gemischten Vorspeisenplatte (28 Euro für zwei Personen), dass das Lokal etwas von Fleisch versteht. Das Krokodil etwa war zart und saftig, mit schönen Röstaromen und einer Textur, die irgendwo zwischen Hühnchen und Oktopus angesiedelt ist. Ebenfalls fein: Das Tatar vom Gnu mit Chili, Petersilie und Kapern (9,50). Roh kann man den Geschmack des mageren Gnufleischs, das auf dem Grill sehr schnell trocken wird, vielleicht am besten erfassen; ein wenig wie Kalb mit einer zarten Wildnote. Zebra schmeckt da schon etwas kräftiger.

Die Steaks (gemischte Safariplatte für zwei Personen 64 Euro) waren dann so etwas wie die Visitenkarte des Hauses: Außen so kross und innen so zart wie die dazu gereichten Süßkartoffel-Chips (3 Euro); dass die Chips beim zweiten Besuch etwas labbrig gerieten, mag ein Versehen gewesen sein.

Ein pures Missverständnis war dagegen, dass die Steaks durchgebraten statt, wie bestellt, medium serviert wurden. Der an beiden Abenden extrem aufmerksame und freundliche Service quittierte diesen Fehler mit Bestürzung - und dem Angebot, alles noch einmal zu servieren, was wir als sehr unkomplizierte Geste registrierten - und höflich ablehnten. Ein wenig ärgerlich waren die unnötig kleinen Portionen bei den Soßen (Barbecue, Perinaise, Blue Cheese), die bisweilen eher an eine Dekoration als an eine Beilage erinnerten. Wenn schon Grillen, dann richtig.

Vegetarier müssen sich im Savanna indes mit einem überschaubaren Angebot (etwa Durban Curry oder Butternut-Cheeseburger) begnügen. Es bleibt der Eindruck, dass das Lokal die große Vielfalt der Kapküche noch deutlich besser ausschöpfen könnte. Derzeit ist es eher ein "Braai"-Lokal als ein südafrikanisches Restaurant, was bedeutet: Tolle Weinkarte (sehr samtiger, wenn auch etwas zu warmer 2010er Merlot "The Coco", Moisplaas Estate Stellenbosch, 32,50 Euro), eine empfehlenswerte Boerewors mit Koriandersaat (Burenwurst, 13,50), gute Steaks - und stets etwas zu viel Tamtam.

Restaurant Savanna, Maistraße 63, Telefon: 089/5390 63 63, www.savanna-munich.com, Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 12 bis 1 Uhr. Warme Küche durchgehend bis 22.30 Uhr.