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Restaurant PicNic:Sommer im Bauch

Picnic

Kleine Teigtaschen, die es in sich haben: Gefüllte Momos mit Mango-Soja-Chili-Soße.

(Foto: oH)

"Wir kochen nicht um das Fleisch herum": Im PicNic kommt vor allem Pflanzliches auf den Teller - mit einem Hauch von Asien. Vor allem die "Momos" schmecken.

Dieser Text ist leider veraltet, das Restaurant gibt es inzwischen nicht mehr.

Eine Frau in Jeans, Steppweste und Turnschuhen schleppt einen Sack Möhren durch das PicNic, vorbei an schlichten grauen Tischen, einfachen Holzstühlen und sonnengelb-gepolsterten Bänken. Wenig später tritt sie erneut durch die Tür, mit zwei Büscheln Wirsing in der einen und einem Netz mit Kohlköpfen in der anderen Hand. Im Hintergrund summt ein Mixer, irgendwer hat einen frisch gepressten Saft geordert, zur Auswahl stehen etwa: Apfel-Karotte-Zitrone, Orange-Apfel-Ingwer oder Rote Beete-Apfel-Sellerie.

Im Restaurant PicNic kommen vor allem pflanzliche Produkte auf den Teller: Gemüse, Reis, Hülsenfrüchte, Obst. "Wir kochen nicht um das Fleisch herum", sagt Markus Härle und meint: Das Fleisch gibt es bei uns nur dazu. Die Ideen für seine Gerichte hat der Wirt von seinen Reisen mitgebracht, aus Indien, Nepal und Thailand. Das Konzept seines Lokals dürfte nun einigen in der Maxvorstadt bekannt vorkommen. In Wahrheit ist Härle damit nämlich nur umgezogen: Er hat zuvor das Pavesi Picnic in der Türkenstraße betrieben, eine Straße weiter.

Fuchtig-frische Wunderkugeln

Ein Uhr mittags, Mittagspause im PicNic: Am Nachbartisch sitzt eine junge Frau und tippt auf ihrem Handy herum, vor ihr eine halbleere Rhabarberschorle. Sie wartet auf ihren bärtigen Freund, für den sie das Essen schon bestellt hat: einen Glasnudelsalat für 7,80 Euro.

Restaurant Picnic

Spartanisches Innenleben: das neue PicNic in der Maxvorstadt.

(Foto: oH)

Die Gerichte im PicNic - mit Fleisch, ohne, ganz vegan - passen auf eine einseitige Karte. Als Vorspeise wählen wir indisches Fladenbrot, Papadam, mit Chutneys und Joghurt. Das stimmt gut auf die Hauptspeise ein, es schmeckt würzig bis fruchtig und nach einem Hauch von Asien. Viel mehr aber auch nicht.

Als "Lunch Special" gibt es diesmal kleine Teigtaschen, sogenannte "Momos", gefüllt mit Spinat und Käse (9,80 Euro), dazu Blattsalat. Die Teigtaschen werden mit einem Klecks Mangosoße, ein paar Sesamkörnern, Karotten- und Rotkohlstreifen serviert. Sie sind kleine Wunderkugeln, die einem mit ihrer Füllung und der Mango-Soja-Chili-Soße ein wohlig sommerliches Gefühl in den Bauch zaubern. Das Dressing des Salats - aus Mango, Orangensaft und Zitrone - schmeckt fruchtig-frisch.

Als zweites Hauptgericht ordern wir das "PicNic-Surprise" (mit Bio-Geflügel, 15,80 Euro), ein Sammelsurium aus Currys und Gemüse mit dem indischen Nationalgericht Dal, Reis, Couscous, Kartoffeln und Salat, entweder vegetarisch mit Austernpilzen oder mit Fleisch. Wer schon mal Dal, zerkochte Linsen mit Gewürzen, in Fernost gegessen hat, der wird vom Dal im PicNic nicht enttäuscht sein - selbst wenn die Currys nicht das gleiche Geschmackserlebnis bieten wie die "Momos".

Unsere Mittagspause im PicNic endet mit einem New York Cheese Cake (3,20 Euro), der mit einer leichten Vanille-Note und nicht zu süß daherkommt. Er macht nur ein wenig träge, es ist ein wenig so, als hätten wir zu lange in der Sonne gelegen.

© SZ.de/tba
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