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Restaurant Manouche:Mamas libanesische Rezepte

Rezepte von Mama: Besitzer Khudor Lamaa in seinem neuen Lokal Manouche.

Pizza zum Frühstück? Im Libanon Alltag. Das Lokal Manouche in Sendling bringt eine alte Tradition nach München - und bereitet die Pizzen auch als Pasteten zu. Nur der Besitzer hat dabei leichte Bauchschmerzen.

Die Speisekarte in dem kleinen libanesischen Lokal Manouche in Sendling ist ein gastronomisches Wagnis. Darauf steht nur ein Gericht: nämlich Manouche, das als "libanesische Pizza" angepriesen wird. Sie kommt in sieben Varianten, drei davon sind vegan, drei vegetarisch.

"Im Libanon ist Manouche das beliebteste Straßenessen, besonders zum Frühstück", sagt Besitzer Khudor Lamaa. Er wurde in Beirut geboren, wuchs aber in München auf. Das Manouche ist nach dem Beirut Beirut (50 Meter schräg gegenüber) sein zweites Lokal für authentische libanesischen Straßengerichte - für "schnelles Essen mit wenig Fett und wenig Fleisch", wie er sagt.

Das Manouche (sprich "man uhsche") ist mehr Imbiss als Restaurant: Bestellt wird am gläsernen Tresen, hinter dem geschnippeltes Gemüse in Porzellanschalen aufgereiht ist. Es riecht nach frisch gebackenem Teig, im Laden liegt ein angenehmer Geräuschteppich aus Stimmen und leiser Orientmusik.

Nun aber zur Bestellung, wofür man am besten schnell die Tafel studiert: Manouche Zaatar ist mit einer säuerlichen Gewürzpaste aus wildem Thymian, Olivenöl und Sesam bestrichen, Manouche Kischek mit einem Getreide-Joghurtbrei. Bio-Rindfleisch veredelt die einzige Fleischvariante. Jede "Pizza" belegt Lamaa dazu mit frischem Gemüse, sie kostet um die 5 Euro. Wer sich nicht entscheiden kann, nimmt einfach alle, sie kommen dann als kleine Pasteten (7,80 Euro). So machen es auch wir, allerdings bitte ich um eine vegetarische Version ohne Rind. Dazu eine libanesische Pizza, Version "Jibne", mit zweierlei libanesischem Käse.

Die Pasteten kommen als kleine, flache Teigschiffchen

Die fünf Tische drinnen sind komplett besetzt. Also raus, unter die himmelblaue Markise. Auf den Holztischen stehen Schälchen mit Peperoni und Kerzen, etwas kalt, aber eigentlich ganz gemütlich.

Kleine flache Teigschiffchen, die in der Mitte offen sind: Das müssen die Pasteten sein. Neben Minzblättern, Oliven und Tomaten liegen sechs von ihnen auf dem Teller. Auch die unerwünschte Rindfleischpastete ist dabei, wie ich auf Nachfrage erfahre. Der Kellner greift auf den Teller und nimmt das fleischige Schiffchen einfach wieder mit. Na gut, dann halt nur fünf Stück. Doch kurz darauf erscheint er erneut, mit einer zweiten Spinatpastete. Auch der Chef kommt raus und entschuldigt sich. Das Fehler-Management stimmt.

Mehr Imbiss als Restaurant: die Auslage des Manouche in Sendling.

Die Pasteten schmecken, der Teig ist warm und knusprig, die Füllungen abwechslungsreich. Vor allem die Zaatar-Gewürzpaste hat ein besonderes Aroma, vergleichsweise fad ist der Spinat.

Wer Hunger hat, wird nicht wirklich satt

Das Manouche Jibne liegt zusammengeklappt auf dem Teller, eingewickelt in Papier. Es sieht aus wie ein unvollständig gerollter Dürüm aus Steinofenpizzateig. Es schmeckt herrlich frisch nach Minze, das Gemüse ist knackig und der Käse würzig. Außen macht sich der krosse Teig viel besser als der ewig gleiche Dönerfladen. Insgesamt wirklich gut, und gefühlt recht gesund. Der dazu gereichte Joghurt-Drink Laban (2,50 Euro) kommt geschmacklich daher wie Ayran, ist aber etwas sämiger.

Ein Nacheil: Wer Hunger hat, wird nicht wirklich satt. Gerade die Pasteten reichen bestenfalls als Vorspeise. Und die libanesische Pizza? Da dürften bei großem Appetit auch zwei kein Problem sein. Ein Frühstück eben, das aber auch am Abend schmeckt.

Die Speisekarte sei zwar simpel, aber er wolle in seinen beiden Imbissen keine Experimente machen, sagt Khudor Lamaa: "Ich möchte den Reichtum der libanesischen Küche bewahren. Die Rezepte habe ich von meiner Mama." Dass er, der Traditionalist, aus Marketing-Gründen "libanesische Pizza" auf seine Speisekarte schreibt, fällt ihm daher auch wirklich schwer.