Neues aus der Münchner Gastro-SzeneHungrig auf neue Erfahrungen

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Marc Christian und Vincent Fricke (von links) lassen sich von japanischer Wirthauskultur inspirieren.
Marc Christian und Vincent Fricke (von links) lassen sich von japanischer Wirthauskultur inspirieren. Vincent Fricke

In einer ehemaligen Metzgerei in Ramersdorf wird die japanische Küche ergründet, und in der Villa Stuck trifft Kunst Gastronomie.

Von Sarah Maderer

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Einfach und gut, so stellen sich Vincent Fricke und Marc Christian das perfekte Izakaya vor. So nennt man in Japan zwanglose Lokale, wo man am Tresen oder Hochtisch ein Feierabendgetränk trinkt und dazu mehrere kleine Happen Hausmannskost genießt. Ähnlich dem bayerischen Wirtshaus ist in einem Izakaya jeder willkommen, ob in Begleitung oder alleine, Freund oder Fremder, Doktor oder Dachdecker.

Als Köche und Liebhaber der japanischen Esskultur wollen Fricke (CafédotKom, Bairisch-Stew-Catering) und Christian (Meatingraum) jene Mischung aus Geselligkeit und bodenständiger Küche nach München holen. Dafür haben sie einen ungewöhnlichen Ort gewählt, denn ihre kulinarische Event-Reihe „Isar-Kaya“ wird in einer ehemaligen Metzgerei in Ramersdorf stattfinden. Christian sagt, als er dort zum ersten Mal die lange Wursttheke und die weiß gefliesten Wände gesehen habe, habe er sofort eine jener japanischen Kneipen vor Augen gehabt.

Das Pop-up „Isar-Kaya“ verläuft in drei Phasen: Beim „Oma-Kase“ (17. bis 20. Juni und 24. bis 27. Juni) tragen die beiden Köche ihre jeweiligen Leibspeisen aus der Kindheit in einem Zehn-Gänge-Menü zusammen und erlauben sich dabei die eine oder andere kreative Freiheit. Wie bei einem japanischen Omakase-Menü – oder eben wie früher bei Oma – wird gegessen, was auf den Tisch kommt, darunter Senf-Eier und geschmorte, mit Hackfleisch gefüllte Gurkenschiffchen.

Im Herbst kommt das komplexe Thema „„Reife und Verfall“ auf den Teller.
Im Herbst kommt das komplexe Thema „„Reife und Verfall“ auf den Teller. Vincent Fricke

Im zweiten Abschnitt „Kunst Essen“ (15. bis 18. Juli und 22. bis 24. Juli) werden große Werke der Kunstgeschichte mit einem Augenzwinkern kulinarisch interpretiert und auf dem Teller inszeniert; und beim abschließenden Thema im Herbst „Reife und Verfall“ (23. bis 26. September und 7. bis 10. Oktober) erfährt man, was Prozesse wie Fermentation, kontrolliertes Trocknen und das gezielte Züchten von Schimmelpilz geschmacklich aus Fleisch und Gemüse herauskitzeln können.

Jedes dieser drei Menüs kann um eine Getränkebegleitung mit oder ohne Alkohol ergänzt werden. Für eine rundum authentische Izakaya-Erfahrung empfehlen Fricke und Christian das Sake-Pairing (Isar-Kaya in der Alten Metzgerei, Berger-Kreuz-Straße 48, jeweils ab 18 Uhr, Menü inkl. Wasser 79 Euro p.P., Anmeldung über hello@cafedotkom.com).

Dass Kunst und Gastronomie einander bereichern können, zeigt auch die Münchner Gastronomin Sandra Forster mit ihrem neuesten Projekt – wenngleich die Alte Metzgerei in Ramersdorf und die frisch renovierte Villa Stuck an der Prinzregentenstraße in Sachen Location nicht unterschiedlicher sein könnten. Vergangene Woche wurden die Ausstellungsräume der Villa nach Sanierung wiedereröffnet und mit ihnen auch das neue Museumscafé Stuckkantine unter Forsters Führung.

Sie betreibt unter anderem auch das Ausbildungsrestaurant Roecklplatz in der Isarvorstadt, wo junge Menschen, die einen schwierigen Start ins Berufsleben hatten, ungeachtet ihrer Herkunft oder ihres bisherigen Lebenslaufs Teil des Küchen- und Serviceteams werden können. Dieses Inklusionsprojekt will Forster nun auch auf die Stuckkantine übertragen.

Das Café ist räumlich nicht vom Museum abgetrennt, sondern ins Foyer integriert. Ein langer, freistehender Edelstahltresen wirkt in dieser lichtdurchfluteten, offenen Halle selbst wie ein Kunstobjekt. Dazu kommen zwei lange Tafeln drinnen und eine kleine Terrasse draußen im neu bepflanzten Künstlergarten.

Aktuell gibt es Kuchen, Brezen, belegte Brote und Croissants sowie Limonaden und natürlich Kaffee. Das Angebot wird aber laufend erweitert, sagt Forster. Bald sollen zum Beispiel in der neu eingebauten Küche auch warme Mittagsgerichte zubereitet werden können (Stuckkantine, Prinzregentenstraße 60, Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, Mittwoch bis 20 Uhr, www.villastuck.de).

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