Xaver's Ein Wohlfühlwirtshaus für ein paar Halbe

Klassisch und doch modern: Das frisch renovierte Xaver's.

(Foto: Stephan Rumpf)

Drei Geschwister haben das Zwingereck behutsam zum Xaver's aufgemöbelt - ohne dabei auf abgefahrenes Szenewirtshaus zu machen.

Von Franz Kotteder

Das Wirtshaus an sich ist eigentlich unverwüstlich. Manchmal hat es sich in einer bestimmten Erscheinungsform vielleicht überlebt, aber dann wird es halt einfach wieder neuerfunden. Geradezu ein Paradebeispiel dafür ist das frühere Zwingereck.

Jahrzehntelang war das eine recht passable Augustiner-Wirtschaft im Herzen der Stadt, bis die Wirtsfamilie nicht mehr weitermachen wollte. Die Brauerei suchte neue Pächter und renovierte, was eh an der Zeit war, wobei die Neuen auch ein bisschen mitreden durften. Die Neuen, das sind die Geschwister Xaver, Theresa und Jakob Portenlänger, zwischen 22 und 28 Jahre jung. Alle drei sind irgendwie aber auch schon wieder alte Hasen, denn sie sind die Kinder der Hoteliers- und Wirtsfamilie Portenlänger, die den viel gelobten Alten Wirt von Grünwald führt, ein Biohotel mit angeschlossenem Wirtshaus. In der Stadt wollten die Kinder zusammen etwas Eigenes auf die Beine stellen.

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Das hat gut geklappt, kann man sagen. Das alte Wirtshaus heißt jetzt Xaver's, ist drinnen behutsam aufgemotzt worden, Decken und der obere Teil der Wände erstrahlen in sattem Tannengrün, eine Holzleiter über einem zentralen Tisch dient nicht zum Fensterln, sondern als Halterung für Lichterspots.

Auf der Karte findet sich der Schweinsbraten vom Tiroler Almschwein (12,80 Euro) ebenso wie das Tatar von der Rinderhüfte mit Kren und Crostini (11 und 17) oder ein recht opulentes Brotzeitbrettl (10,50) und sogar Veganes. Die Halbe Helles und Weißbier kosten 3,70 Euro. Schnäpse gibt's von Sissis und Lantenhammer für 5,50 Euro, der teuerste Cocktail ist ein Gin Tonic mit dem Münchner Duke Wanderlust Gin (11,50), der besondere Botanicals aus den bayerischen Bergen enthält. Der alkoholfreie Lillet Hopster mit Holunderblütensirup und rosa Pfeffer (7,50) ist aber auch nicht zu verachten.

Vor gut drei Wochen war die Eröffnungsfeier, seitdem brummt der Laden, nicht nur, weil man auf dem großen Gehsteig draußen auf einem der annähernd 100 Plätzen schön in der Sonne sitzen kann. Es hat sicher auch damit zu tun, dass die drei Nachwuchsgastronomen den richtigen Riecher hatten und kein abgefahrenes Szenewirtshaus aus dem Zwingereck gemacht haben, sondern eine behutsam aufgemörtelte Innenstadtwirtschaft, in der man nicht immer gleich wahnsinnig viel erleben muss, sondern sich einfach ein bisschen wohlfühlen darf bei ein, zwei Halben.

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