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Reinhard Nemetz:Die Jagd ist zu Ende

Ausstellung "Testamente" im Amtsgericht München, 2016

Reinhard Nemetz, Ex-Präsident des Amtsgerichts, zeigt während einer Ausstellung das Testament von Karl Valentin.

(Foto: Stephan Rumpf)

Reinhard Nemetz ermittelte als Staatsanwalt gegen Karlheinz Schreiber, Strauß junior und auch gegen den Kunstsammler Cornelius Gurlitt. Porträt eines Mannes, der brisanten Fälle anzuziehen schien.

Von Hans Holzhaider

Am 3. August 2009 um 9.22 Uhr ist die Jagd zu Ende. Flug Nummer AC 846 der Air Canada landet auf dem Münchner Flughafen Franz Josef Strauß. An Bord: Karlheinz Schreiber, 75. Passender könnte der Flughafen gar nicht heißen: In keinem politischen Klima hätte ein Nachtschattengewächs wie der Rüstungslobbyist Schreiber besser gedeihen können als in dem der Ära Franz Josef Strauß. Im März 1999 war Schreiber vor der deutschen Justiz nach Kanada geflohen. Fast gleichzeitig starb Jörg Hillinger, der Leiter der Staatsanwaltschaft Augsburg, bei einem Autounfall - eine Koinzidenz, die Anlass zu finsteren Spekulationen gab. Hillinger war der Chefermittler im "Schreiber-Komplex" - es ging um illegale Parteispenden an die CSU, um Schmiergelder in Millionenhöhe für die Lieferung von Airbus-Flugzeugen und Schützenpanzern. Zu den Beschuldigten gehörten der CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep, der Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls, die Thyssen-Manager Maßmann und Haastert, und Strauß-Sohn Max. Und Karlheinz Schreiber, der Zeremonienmeister, die Spinne im Netz.

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