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Art Lab Gleis 1 in Regensburg:Sicher unter der Haube

Corona Designlab

Corona Design Lab, Ausstellung im Donumenta Art Lab Gleis 1 im Hauptbahnhof Regensburg bis 6.September.

(Foto: Patrizia Schmid-Fellerer)

Das Corona Design-Labor im Donumenta Art Lab Gleis 1 in Regensburg sucht nach neuen Lösungen für aktuelle Probleme

Von Sabine Reithmaier

Schlauch

Bereits auf dem Treppenabsatz zur ehemaligen Fußgängerunterführung im Regensburger Hauptbahnhof stößt man auf das "Coronophon". So nennen die Studierenden der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg ihre witzige Version eines Dosentelefons. Über einen gelben Hörschlauch können zwei Personen unter auf Stelzen stehenden Hauben miteinander sprechen. Sehr praktisch in Corona-Zeiten. Überhaupt begegnen die Entwürfe im Donumenta Art Lab Gleis 1 der Pandemie kreativ und humorvoll.

Abstand

In Zoom-Sitzungen entwickelten die Studierenden Raumkonzepte für besseres Distanzhalten, passend für unsere 1,5 Meter-Abstand-Gesellschaft. Verspiegelte Wände und Decken ermöglichen es beispielsweise den in vier Abteilen liegenden Personen, sich gegenseitig zu sehen und einander wie in einem Kaleidoskop zu begegnen. Wer sich mit einem "Coronocart" ausstattet, hält den Sicherheitsabstand automatisch ein und schützt sich vor Aerosolen zudem mit einer Folie. Fünf der umgebauten Einkaufswagen stehen in der Ausstellung. Ausprobieren ausdrücklich erwünscht.

Stufe

Eigentlich hätten sich die Studenten im Sommersemester 2020 eine "Autobahn-Kirchen-Moschee-Toilette" in Tansania entwerfen sollen. So stand es jedenfalls im Vorlesungsverzeichnis. Doch die jungen Leute hoben das Unterfangen auf eine ganz andere Stufe. Denn "dann kam Corona, und wir haben uns gefragt, ob wir uns nicht in dieser Krise engagieren sollten und zeigen, wie systemrelevant Architektur ist", erklärt Theresa Bösl, die Sprecherin der angehenden Architekten.

Richtung

"Kreative Antworten auf die Krise", nennt Seminarleiter Till Gröner das, was Studierende in seinem Seminar entwickelt haben. Gröner ist der Gründer von "Supertecture", eines gemeinnützigen Unternehmens für soziale Architektur aus gebrauchten Materialien in Krisenregionen. Wie notwendig die neue Ausrichtung aktuell ist, zeigten die Anfragen von Senioren-Einrichtungen und Gastronomie-Betrieben für innovative Lösungen, sagte Gröner. Bereits während der Ausstellungseröffnung gab es eine Anfrage für eine Corona-kompatible Arztpraxis.

© SZ vom 27.08.2020

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