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Ramersdorf:Unter einem Dach

Das Evangelische Beratungszentrum bietet nun auch im Osten der Stadt Hilfe in wichtigen Lebensfragen

Von Hubert Grundner, Ramersdorf

Das Evangelische Beratungszentrum München (EBZ), das bislang vor allem im Stadtzentrum an der Landwehrstraße präsent ist, hat sein Angebot erweitert um ein zweites großes Haus: Seit diesem Sommer bietet die Organisation auch an ihrem neuen Standort Echardinger Straße 63 in Ramersdorf umfassende Beratung zu wichtigen Lebensthemen an. Diese Anlaufstelle bündelt laut EBZ unter einem Dach Erziehungsberatung, Beratung für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte, Ehe-, Partnerschafts- und Familienberatung sowie Schwangerschaftsberatung.

"Damit sind die Wege für die Klientinnen und Klienten kurz, wenn sich die Themen der Beratung verändern", erläutert EBZ-Vorstand Christine le Coutre. Fachliche Zusammenarbeit über die Abteilungsgrenzen hinaus sei so viel leichter möglich. Ramersdorf ist Teil des 16. Stadtbezirks, Münchens bevölkerungsreichstem Stadtteil, mit heterogenen Wohn- und Einkommensverhältnissen. Die städtische Sozialraum-Analyse weist Ramersdorf als Stadtbezirk mit hoher sozialer Herausforderung aus. Nicht zuletzt deshalb begrüßt offenbar Markus Rinderspacher (SPD), der Vizepräsident des Bayerischen Landtags, die Eröffnung der Beratungsstelle in Ramersdorf "als neuen zentralen Baustein des Sozialnetzwerks im Münchner Osten, der einen wesentlichen Beitrag zu gesellschaftlichem Zusammenhalt leistet". Die Resonanz auf die neue Einrichtung scheint aber auch im Stadtteil selbst inzwischen positiv zu sein. Jedenfalls weiß Christine le Coutre zu berichten: "Die Menschen nehmen das Angebot gut an."

Das EBZ richtet seine Beratungen auf die veränderte Situation durch Corona aus. Online-Angebote (Video-Call, Chat-Funktionen) und telefonische Beratungen würden parallel zur Präsenzberatung ausgebaut. Mit der Eröffnung des Hauses in Ramersdorf und der Ausweitung der Angebote habe das Evangelische Beratungszentrum außerdem seinen Webauftritt www.ebz-muenchen.de moderner und übersichtlicher gestaltet. Der Relaunch war für diesen November geplant.

Die Anfänge des Evangelischen Beratungszentrums München gehen zurück auf das Jahr 1948. Heute beraten rund 60 Hauptamtliche, 20 Honorarkräfte und 110 ehrenamtlich Mitarbeitende Menschen in Nöten und Krisensituationen, unabhängig von Lebensalter, Konfession oder Nationalität. Das Angebot reicht nach EBZ-Angaben von der Schwangerschaftsberatung über Ehe-, Partnerschafts-, Familien- und Lebensberatung sowie Jugend- und Schulberatung bis zur Pastoralpsychologie. Dazu kommen mittlerweile auch die Telefonseelsorge und die Beratung für Menschen mit Hörbehinderung. In seiner neu eröffneten Zweigstelle an der Echardinger Straße 63 beschäftigt das EBZ 13 Fachkräfte.

© SZ vom 20.11.2020
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