bedeckt München
vgwortpixel

Ramersdorf:Bildung für alle

36 000 Bürger fordern gerechte Lehrerbesoldung

In der neuen Montessorischule sollen die Schüler ab September diesen Jahres zweisprachig unterrichtet werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erziehung zu Weltoffenheit und Interkulturalität.

(Foto: Felix Heyder/dpa)

Eine neue Montessorischule öffnet vorübergehend an der Schwanthalerstraße. Anfang 2021 ist der Umzug in einen Neubau in Ramersdorf-Perlach geplant

Lange Zeit stand nicht fest, wohin mit der neuen Montessorischule. Nun ist zumindest eine Zwischenlösung gefunden: Im kommenden Schuljahr beginnt in den bisherigen Räumen der Schlau-Schule an der Schwanthalerstraße 2 der Unterricht. Die Mitgründerin und künftige Leiterin der international ausgerichteten Mittelschule, Antonia Veramendi, kennt den Standort bereits. Fünf Jahre lang leitete sie die Einrichtung, die einen schulanalogen Unterricht für Flüchtlinge anbietet.

Dort eröffnet sie nun gemeinsam mit der Lehrerin und ehemaligen Leiterin des Montessori-Schulverbunds in Neubiberg, Angelika Bachmann, die neue Montessorischule. "Wenn alles planmäßig läuft, starten wir im September", sagt Veramendi. Für den Unterricht haben sich die Gründerinnen zwei Schwerpunkte gesetzt. In zwölf altersgemischten Klassen mit den Jahrgangsstufen fünf bis zehn, halten mehr als 20 Lehrer den Unterricht bilingual ab. Damit legt die Schule besonderes Augenmerk auf Sprachen und bietet den Erwerb von zwei Fremdsprachen an. Außerdem wird es Klassen geben, in denen Deutsch als Zweitsprache gilt. 50 Prozent der Schüler sollen deutsche Muttersprachler sein, die andere Hälfte anderssprachig, mit einem Flucht- oder Migrationshintergrund. "Gleichzeitig wollen wir die Schüler zu Weltoffenheit und Interkulturalität erziehen", sagt Veramendi. Kulturelle Bildung mit Musik, Kunst, Theater und Tanz soll Schlüsselkompetenzen wie Kreativität, Selbstständigkeit und Innovationsgeist fördern. "Wir wollen Bildung und Teilhabe für alle, egal welcher Herkunft sie sind und welche Sprache sie sprechen."

Mehr als die Hälfte der circa 200 Schulplätze ist bereits belegt. Ein großer Teil davon sind geförderte Schulplätze. "Viele kommen geflüchteten Kindern, aber auch anderen Familien zugute, die sich den Platz ansonsten nicht leisten könnten", sagt Veramendi. Bis im September der Unterricht beginnt, werden die zukünftigen Schulräume noch etwas hergerichtet und verschönert. Für die Lehrer gibt es außerdem spezielle pädagogische Kurse, die sie auf den internationalen Unterricht vorbereiten sollen.

Nachdem das erste Schuljahr in jedem Falle in der Schlau-Schule stattfindet, hoffen die Gründerinnen Anfang des Jahres 2021 in einen Neubau in Ramersdorf-Perlach ziehen zu können. "Dazu gibt es auch schon unterschriebene Dokumente", sagt Veramendi. Der genaue Standort könne jedoch noch nicht genannt werden.

Eltern, die überlegen, ihr Kind auf die Montessorischule zu schicken, können am Donnerstag, 4. Juli, zu einer Informationsveranstaltung kommen. Dort werden das Team und das Konzept der Schule vorgestellt, und die Gründerinnen beantworten Fragen. Auch Anmeldungen für die Klassen fünf bis zehn werden weiterhin angenommen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Bellevue di Monaco, Müllerstraße 2. Um eine Anmeldung an info@campus-di-monaco.de gebeten.

© SZ vom 03.07.2019
Zur SZ-Startseite