Radlweg Schneller Weg zum Campus

Andrew Aziz ist die Strecke abgeradelt. Und für ihn ist klar: "Ohne dass man dem Autoverkehr etwas wegnimmt, wird ein Radschnellweg nicht zu realisieren sein", sagt der 23-jährige Student der Geotelematik. "Insbesondere nicht in den innerstädtischen Abschnitten." Zusammen mit fünf anderen Studierenden hat er sich angeschaut, wie ein Radschnellweg von der Innenstadt zum Universitäts-Campus in Garching geführt werden könnte.

Tatsächlich werkeln an dem Thema bereits seit einiger Zeit die Verkehrsplaner des städtischen Planungsreferats und des Landkreises München. Aktuell läuft gerade eine Machbarkeitsstudie, die zeigen soll, wo ein solcher Radschnellweg geführt - und wie er konkret umgesetzt werden könnte. Auf lange Sicht sollen die Erfahrungen aus diesem Pilotprojekt dann dazu genutzt werden, weitere Radschnellwege von der Münchner Innenstadt aus in andere Himmelsrichtungen anzulegen. Schon jetzt aber zeichnet sich ab, dass die Routenführung außerhalb der Stadtgrenzen wesentlich unkomplizierter werden dürfte als innerhalb der Stadt.

"Je näher man dem Stadtzentrum kommt", sagt Jennifer Koch, 26, Studentin der Sozialen Arbeit, "desto schwieriger wird es, genügend Platz zu finden für solche Wege." Eben weil schon jetzt der Raum für Autos, Fußgänger, Radler, Parkplätze und Grünflächen kaum ausreicht. Stadtplaner sprechen da gerne von "Flächenkonkurrenz". Große Brückenbauwerke für die Radler, wie sie bei Radschnellwegen in anderen europäischen Städten zu finden sind, seien in München aber "kaum machbar", glaubt Sarah Mühlbichler, 28, die ebenfalls Soziale Arbeit studiert.

Besser ist es daher aus ihrer Sicht, die bestehenden Radwege auszubauen und womöglich zu verbreitern, beispielsweise auf der Ungererstraße oder der Leopoldstraße. Der Wunsch jedenfalls nach solchen gut ausgebauten, möglichst kreuzungsfreien Radschnellwegen sei durchaus vorhanden, sagen die Studenten - die von ihnen durchgeführte Umfrage unter Studierenden an mehreren Münchner Universitäten habe dies gezeigt.