Fünf für München:Ballkunst, Sprachkunst, Kunst des Helfens

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Nationalspielerin und Spielertrainerin der Wolpertinger: Oda Schioetz, geboren in Norwegen und nun in München zu Hause. (Foto: Privat)

Quidditch-Spielertrainerin Oda Schioetz peilt den Meistertitel an, Sabine Magnet dichtet auf Bestellung und Rupert Hackl bringt eine Spende für den SZ-Adventskalender - unsere Münchnerinnen und Münchner der Woche.

Von Korbinian Eisenberger, Gerhard Fischer, Sven Loerzer und Sonja Niesmann

Frau vor dem Double

Oda Schioetz steht vor entscheidenden Wochen. Die 29-Jährige kann mit ihrem Team nach dem Pokal auch noch die Deutsche Meisterschaft gewinnen. Es wäre ein Double für Nationalspielerin Schioetz - und für ganz München. Ein Double, das es so noch nicht oft gab. Schioetz ist seit 2022 Spielertrainerin des Quidditch-Teams Münchner Wolpertinger. Im Mai gelang ihnen durch ein 90:70 gegen die Braunschweiger Broomicorns der Pokalsieg. Nun steht der Saison-Höhepunkt an: Nach zwei Jahren Corona-Pause kämpfen Schioetz' Frauen und Mannen wieder um die Deutsche Quidditch-Meisterschaft.

Quidditch stammt aus der Feder der Romanautorin Joanne K. Rowling, hat die literarische Harry-Potter-Welt aber 2005 verlassen. Im Spiel geht es ruppig zu, mit Elementen aus Handball, Völkerball - und vor allem Rugby. So ist es im Wortsinn zutreffend, von einem Meisterschafts-Kampf zu sprechen, in den sich Oda Schioetz und ihre "Wolpis" am 1. und 2. Oktober beim großen Turner in Bamberg begeben. Der deutschen Quidditch-Community steht nach zwei turnierfreien Jahren ein besonderes Wochenende bevor. Auch, weil der Sport nicht mehr "Quidditch" heißen soll. Grund: Erfinderin Rowling ist beim Thema Diversität offenbar deutlich weniger aufgeschlossen, als es die Quidditch-Szene 2022 verlangt. So wird aus Quidditch "Quadball".

Schioetz ist eine von zwei weiblichen Quidditch-Cheftrainerinnen in Deutschland. Auf dem Platz spielt sie "Beaterin": Sie wirft mit Bällen auf Gegner - und trifft sie idealerweise auch. In den nächsten vier Wochen geht es nun vor allem um eins: dass sich vor dem Meisterfinale niemand mehr verletzt.

Frau an den Tasten

Poetry to go: Sabine Magnet. (Foto: privat)

Vor einigen Jahren hat Sabine Magnet ihr Projekt "Poetry to go" gestartet - Ad hoc-Poesie, verfasst auf einer Schreibmaschine nach individuellen Wünschen von Passanten oder Gästen. Die Kunst der schönen Worte ist ja nicht jedem gegeben. Auch bei der Eröffnung der European Championships saß Magnet unter einem Baum im Olympiapark und dichtete. Am Samstag, 10. September, packt die freiberufliche Journalistin und Autorin ihre Schreibmaschine im Neuhauser Kulturtreff "Trafo" an der Nymphenburger Straße 171 aus, von 10.30 bis 14.30 Uhr sitzt sie dort im Garten.

Menschen mit Talern

Was haben Eisi Gulp, Luise Kinseher, Michaela Karl und Harald Grill gemeinsam? Sie bekommen den Bayerischen Poetentaler 2022, der von der Literaturvereinigung Münchner Turmschreiber vergeben wird. Die Verleihung findet an diesem Dienstag, 6. September, um 19 Uhr im Festsaal des Schlachthofs München statt. Luise Kinseher und Eisi Gulp sind hinreichend bekannt, Kinseher etwa als Mama Bavaria am Nockherberg, Gulp als Papa Eberhofer in den Eberhofer-Krimis der Autorin Rita Falk. Die Schriftstellerin Michaela Karl errichte "denen, die aus Überzeugung gegen den Strom schwimmen, beeindruckende Denkmäler", heißt es in der Mitteilung der Turmschreiber. Der Lyriker und Schriftsteller Harald Grill schließlich schreibe Werke "mit ausgeprägter Sehnsucht nach der verloren gegangenen Einheit von Mensch und Schöpfung."

Der Poetentaler wird bereits seit 1961 an Künstler, Persönlichkeiten oder Institutionen vergeben, die sich um Kunst und Kultur in Bayern verdient gemacht haben.

Mann mit Scheck

Wenn Rupert Hackl (links), diesmal in Begleitung von Christoph Spindler und Michael Heindl (rechts) das SZ-Hochhaus aufsucht, hat er meistens einen Scheck dabei für Anita Niedermeier, die Geschäftsführerin des SZ-Adventskalenders. (Foto: Florian Peljak)

Wenn Rupert Hackl dem SZ-Hochhaus in Zamdorf einen Besuch abstattet, dann bringt er meist einen Scheck für den " Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung" bei SZ-Adventskalender-Geschäftsführerin Anita Niedermeier vorbei. Hackl, Gründungsmitglied des Lions-Clubs Neuburg an der Donau, kam jetzt bereits zum elften Mal, diesmal in Begleitung von Club-Präsident Christoph Spindler und von Michael Heindl vom Lions-Club-Hilfswerk. 10 000 Euro hatte die Lions-Delegation dabei. Das Geld stammt aus dem Erlös des jährlichen Benefiz-Golfturniers, das in 26 Jahren mehr als eine Million Euro für karitative Zwecke eingespielt hat.

Rupert Hackl, der lange Jahre die Immobiliengeschäfte einer Bank leitete und heute ein Immobilienconsulting-Unternehmen führt, nutzte seine Kontakte in die Branche, um Sponsoren zu finden, nachdem das Turnier im ersten Jahrzehnt keine größeren Erträge erwirtschaften konnte. Rund 60 seiner Kunden und Geschäftspartner machen mit, dabei spielen viele von ihnen gar nicht Golf. Ganz im Sinne der Spenderinnen und Spender legt Hackl Wert darauf, dass die Spendengelder auch dorthin gehen, wo die Sponsoren und Turnierteilnehmer herkommen, also neben Neuburg und Augsburg auch nach München, wo er - neben anderen Hilfswerken - immer wieder fünfstellige Beträge an den SZ-Adventskalender übergab. Entscheidend für Rupert Hackl ist dabei, dass der Süddeutsche Verlag die Verwaltungskosten der Aktion trägt und somit jede Spende in voller Höhe "Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind" schnell und unbürokratisch hilft.

Frau mit Kunstfaible

Mag Kunst: Steffi Hugendubel. (Foto: privat)

Viele Künstlerinnen und Künstler hat Steffi Hugendubel-Doll, geboren 1968, in den vergangenen zehn Jahren bei sich zuhause begrüßt, in ihrer Galerie "Kunststücke" in ihrem Wohnhaus an der Bergsonstraße in Obermenzing. Das Jubiläum feiert die Galeristin, gelernte Journalistin und Buchautorin ("Flipflops, iPod, Currywurst - Wer hat's erfunden", gemeinsam mit Matthias Opdenhövel) nun im Geranienhaus im Nymphenburger Schlosspark mit einer Ausstellung, für die 30 Künstler Werke beisteuern. Vernissage ist am Freitag, 9. September, 18 bis 20 Uhr. Zu sehen bis Dienstag, 13. September, jeweils von 11 bis 20 Uhr.

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