"Pumuckl" Wer hat dieses Bett wohl wegversteckt?

Wo ist Pumuckl? Bergith und Johannes Geyer besitzen das Bett des Fernsehkobolds.

(Foto: Christian Endt)

Seit gut 30 Jahren bewahren Bergith und Johannes Geyer das Originalbett aus "Meister Eder und sein Pumuckl" in Poing auf. Beide haben 40 Jahre hinter den Kulissen gearbeitet.

Von Korbinian Eisenberger, Poing

Es ist kaum größer als eine Schuhschachtel, 42 Zentimeter lang, 22 Zentimeter breit, gerade ausreichend für eine Puppe. Würde man hineinpassen, wäre es wahrscheinlich wie in einem normalen Bett, mit all seinen Vorzügen und Fehlern: Wo das Eichenholz durchschimmert, ist die Farbe abgeblättert, das Bett wackelt, weil die Beine nicht genau gleich lang sind. Wie von Geisterhand bewegte sich dieses Möbelstück einst über die Hobelbank. Daran erinnern verknotete Fadenreste an den Knäufen, letzte Spuren des prominenten Hausgeists der deutschen Fernsehgeschichte.

Wer hat dieses Bett wohl wegversteckt? Die Zeitreise in die Welt vom Schreinermeister Eder und seinem Kobold Pumuckl beginnt hinter einer Tür in Poing im Landkreis Ebersberg. 20 Kilometer östlich von München wird seit 35 Jahren ein berühmtes Requisit der bayerischen Fernsehgeschichte aufbewahrt, und kaum einer wusste es: Das Originalbett des Kobolds aus der ersten Staffel der BR-Serie "Meister Eder und sein Pumuckl".

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Bergith und Johannes Geyer bewahren ein Stück Filmgeschichte auf, das im September 1982 erstmals im Bayerischen Fernsehen zu sehen war. Johannes Geyer, 61, hat heute einen Schnauzbart, mit dem er sich neben dem Meister Eder sehen lassen könnte. Damals war Geyer Kameraassistent unter Kameramann Horst Schier und Produzent Manfred Korytowski. Jetzt sitzt Geyer in seinem Fotografen-Atelier und hält die Hand über das Pumuckl-Bett, als läge der Kobold höchst persönlich darin. Korytowski, der Produzent, hat ihm das Bett damals in die Hand gedrückt, erzählt Geyer. Mitte der Achtzigerjahre, nachdem die letzte Folge mit Gustl Bayerhammer als Meister Eder erschienen war, löste die Filmcrew die Schreinerei und die darüber eingerichtete Wohnung auf. Irgendjemand bekam die blaue Schaukel, sagt Johannes Geyer. "Und ich das Bett."

Im Fernsehen gesehen worden ist es zuletzt im Münchner Lehel, wo eine Fernsehcrew Ende der Siebzigerjahre die Schreinerei eingerichtet hat. Dort, wo der Pumuckl alsbald am Leimtopf hängen blieb, hinter der Werkstatttür im Hof der Widenmayerstraße 2. Nun muss man wieder über einen Hinterhof gehen. Nur dass nicht mehr "Schreinerei Franz Eder" am Eingang steht, sondern "Fotoatelier Geyer".