Pullach Polizist schießt Mann ins Gesäß

Der 44-Jährige soll die Beamten zuvor bei einem Einsatz in einer Wohnung in Pullach mit einem Messer attackiert haben.

Von Martin Bernstein, Pullach

Bei einem Polizeieinsatz in Pullach ist am Mittwochabend ein 44-Jähriger durch eine Polizeikugel verletzt worden. Der Mann hatte zuvor randaliert und war mit einem Messer auf die Beamten losgegangen. Er liegt derzeit in einer Klinik. Gegen 19.45 Uhr hatte die Freundin des Mannes die Polizei alarmiert. Ihr gleichaltriger Freund randaliere in der gemeinsamen Wohnung an der Wolfratshauser Straße, sie brauche Hilfe, sagte sie.

Als die erste Streife eintraf, stand der Mann vor der Tür und bedrohte die Beamten mit einem Messer. Die Polizisten zogen sich zurück und forderten Unterstützung an. Derweil schien sich die Situation leicht zu entspannen: Die ebenfalls 44 Jahre alte Frau konnte die Wohnung verlassen. Sie übergab den Beamten das Messer und ging in eine Nachbarwohnung in dem Mehrfamilienhaus.

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Eine weitere Streife sicherte derweil den Hintereingang zur Wohnung im Terrassenbereich. Plötzlich ging alles sehr schnell: Nach Polizeiangaben stürzte sich der Randalierer aus nächster Nähe auf eine 22 Jahre alte Polizistin und ihren fünf Jahre älteren Kollegen. Erneut hatte er eine Waffe in der Hand - ein Steakmesser mit zwölf Zentimeter langer Klinge. Um seine Kollegin und sich selbst zu schützen, gab der 27-jährige Polizist einen Schuss aus seiner Dienstwaffe ab.

Der Angreifer wurde offenbar im Gesäß getroffen und ging zu Boden. Sofort kümmerten sich die beiden Polizisten um den Verletzten. Doch jetzt ging die Freundin des Mannes, die auf der Terrasse aufgetaucht war, auf die Beamten los. Sie stürzte sich auf die Polizistin und begann sie zu würgen. Weitere Beamte eilten hinzu und konnten die Frau, die offenbar unter Schock stand, bändigen.

Gegen den Randalierer wird nun wegen versuchten Totschlags ermittelt, gegen seine Freundin wegen gefährlicher Körperverletzung. Beide sollen bereits polizeibekannt sein, unter anderem wegen Drogendelikten. Den polizeilichen Schusswaffengebrauch untersuchen - wie in solchen Fällen üblich - die internen Ermittler des Landeskriminalamts (LKA).

Rund 1000 Fälle werden ihnen im Jahr gemeldet, in denen sie aktiv werden. 2018 waren darunter jedoch nur dreimal Schüsse aus Dienstwaffen. Laut LKA gilt der 27-jährige Polizist für die Staatsanwaltschaft als Zeuge, nicht als Beschuldigter.