Pullach/Planegg Explosionsgefahr in Schule

Kontrollierte Sprengung: Eine Kiesgrube an der Fürstenrieder Straße in Planegg hat sich dafür angeboten.

(Foto: OH)

Spezialkräfte holen Chemikalien aus dem Pater-Rupert-Mayer-Gymnasium und sprengen sie in Planegger Kiesgrube

Von Irmengard Gnau, Pullach/Planegg

Die geplante Entsorgung von Altchemikalien, die im Unterricht am Pater-Rupert-Mayer-Gymnasium in Pullach genutzt wurden, ist am Donnerstagabend in einen Großeinsatz für ABC-Zug, Polizei und Feuerwehr gemündet: Berichten der Einsatzkräfte zufolge war am Nachmittag bei der Polizei eine Meldung eingegangen, wonach im Chemieraum einer Pullacher Schule ein Behälter mit einer potenziell explosionsgefährlichen Kaliumverbindung lagere.

Spezialkräfte des ABC-Zugs München-Land und des Landeskriminalamts stellten fest, dass sich in dem Behälter, einem etwa einen halben Liter fassenden Glasgefäß, eine Mischung verschiedener Stoffe gebildet hatte, die brennbar, ätzend und wegen ihrer Instabilität hochexplosiv war. Die einzige Möglichkeit zur fachgerechten Entsorgung bestand nach Einschätzung der Experten darin, den Behälter kontrolliert zur Explosion zu bringen.

Dafür holten Spezialkräfte nach 17 Uhr, als alle Schüler das Gymnasium verlassen hatten, das Behältnis unter aufwendigen Sicherheitsvorkehrungen aus dem Gebäude. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Pullach bauten vorsorglich Löschrohre und einen Dekontaminationsplatz auf, während Spezialkräfte des Landeskriminalamts den etwa einen halben Liter großen Behälter aus der Schule auf einen gesicherten Lastwagen brachten. An Bord des Lkw wurden die Chemikalien durch den Forstenrieder Park in eine Kiesgrube in Planegg gefahren. Der Lastzug wurde für den Fall einer Explosion von Fahrzeugen der Pullacher Feuerwehr und des Rettungsdienstes begleitet, Einsatzkräfte der Polizei sicherten den Konvoi und die Fahrtstrecke ab. Gegen 20 Uhr traf die empfindliche Fracht in Planegg ein. In der Kiesgrube, gesichert unter anderem von Kräften der Freiwilligen Feuerwehr Planegg und einem Polizeihubschrauber, sprengten Spezialkräfte den Behälter mit dem riskanten Chemikaliengemisch.

Die Entsorgung sei geplant gewesen, der Beginn der Aktion am Donnerstag nach Schulende so vereinbart, sagt die stellvertretende Schulleiterin Angelika Eckardt. Ein Sachverständiger hatte die Chemikalien in der vergangenen Woche untersucht und festgestellt, dass diese mit großem Sicherheitsaufwand entsorgt werden müssten. Mutmaßlich hatte sich die Schutzflüssigkeit, in der das Kalium gelagert war, über die Jahre hin aufgelöst. Das Gebinde hatte gesichert im Chemieraum gestanden und musste möglichst ruckel- und schadfrei transportiert werden, erklärte der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Pullach, Harald Stoiber.

Insgesamt waren bei der Aktion mehr als 140 Einsatzkräfte von ABC-Zug, Feuerwehr, Rettungsdienst, Führungsgruppe Katastrophenschutz des Landratsamts und der Polizei im Einsatz.