Süddeutsche Zeitung

Public Viewing in München:"Um 1 Uhr ist Schluss"

Wegen der Zeitverschiebung laufen viele WM-Spiele in Deutschland erst um Mitternacht. Das hat Folgen fürs Public Viewing. Wie lange dürfen Fans in München draußen Fußball schauen? Wie sieht es im Biergarten aus? Fragen und Antworten.

Großer Jubel, gemeinsames Feiern - zur Fußball-WM in Brasilien wird auch auf Münchens Straßen einiges los sein. Bis tief in die Nacht wird man die Fans feiern hören: Wegen der Zeitverschiebung sind die Begegnungen im deutschen Fernsehen am Abend zu sehen, teilweise erst um Mitternacht. Das hat auch Folgen für das diesjährige WM-Public-Viewing.

Wie lange dürfen die Fans schauen?

Das hängt vom Veranstaltungsort ab. "Das wird je nach Einzelfall bewertet", sagt Kristin Nettelnbrecher, Sprecherin des Kreisverwaltungsreferats. An großen Public-Viewing-Orten wie der Theresienwiese dürfen das Eröffnungsspiel, die Vorrundenspiele der Deutschen sowie die Finalrunde gezeigt werden; diese Spiele beginnen immer vor Mitternacht. Zudem gibt es die Möglichkeit, sich für Spiele von besonderem Interesse eine Genehmigung zu holen. Bei Groß-Events müssen die Veranstalter die Sicherheitsverordnungen zum Brandschutz und zu den Fluchtwegen erfüllen.

Wie lange dürfen die Spiele auf Freischrankflächen gezeigt werden?

"Um 1 Uhr ist Schluss. Da muss Ruhe herrschen", sagt KVR-Sprecherin Nettelnbrecher. Spiele, die erst um Mitternacht beginnen, werden hier also wohl nicht zu sehen sein, außer es besteht die Möglichkeit, rechtzeitig in einen Innenraum zu wechseln. Normalerweise müssen die Freischankflächen zwischen 22 und 24 Uhr schließen.

Wie ist die Situation im Biergarten?

Eigentlich müssen die Biergärten um 23 Uhr schließen. Auch hier gilt: Um 1 Uhr ist allerspätestens Schluss. Public Viewing in Innenräumen und Kneipen richtet sich nach den gesetzlichen Sperrzeiten, sprich: Hier kann man auch jene Partien verfolgen, die nach Mitternacht angepfiffen werden, je nach Öffnungszeiten der Gaststätten.

Müssen die Veranstalter eigentlich an die Fifa zahlen?

Eine Lizenz von der Fifa benötigen die Wirte nur, wenn sie Eintritt für das Public Viewing verlangen.

Worauf müssen die Veranstalter achten?

Umweltministerin Barbara Hendricks hat extra für die WM 2014 die Lärmschutzregelungen gelockert: Die erlaubten Dezibel- Höchstwerte wurden angehoben. Wie Kristin Nettelnbrecher erklärt, muss aber auch dieser Lärm rund um die Public-Viewing-Veranstaltungen im zumutbaren Bereich liegen. Ansonsten wird die Stadt mit dem Wirt neu besprechen, unter welchen Bedingungen die Spiele gezeigt werden dürfen.

Ist das Feiern auf der Fanmeile erlaubt?

Wenn die Fans auf der Leopoldstraße feiern, wird die Polizei die Straße absperren. "So lange es nicht ausufert, lassen wir die Leute feiern. Wir schauen, wie lang das dauert und werden es zu gegebener Zeit wieder beenden", sagt Polizeisprecher Wolfgang Behr.

Wie findet man Möglichkeiten, die Spiele in Gesellschaft anzuschauen?

Auf www.muenchen.de wird eine "Public-Viewing-Finder"-App zum Download angeboten, die alle Public-Viewing-Orte in München auflistet. Wer die App unterwegs benutzt, kann sich auch alle Orte in unmittelbarer Nähe anzeigen lassen. Eine Übersicht ist zudem auf www.sueddeutsche.de zu sehen. Und: Auch der Flughafen München zeigt auf einer 41 Quadratmeter großen Leinwand alle Spiele, die vor Mitternacht beginnen, und zwar im Mac-Forum zwischen Terminal 1 und 2. Die Veranstaltung "Kino am Olympiasee" zeigt ebenfalls alle wichtigen Spiele.

Worauf müssen Fußball-Fans privat achten?

Nach 22 Uhr ist Nachtruhe. Dann sollte man beim privaten Viewing also dringend auf die Nachbarn Rücksicht nehmen. Aufgehängte Fahnen dürfen dem Nachbarn nicht die Aussicht versperren. Zudem muss sichergestellt sein, dass Fahnen oder Plakate nicht herunterfallen und dadurch Passanten verletzen oder Autos beschädigen, wie der Mieterverein betont.

An wen kann man sich wenden, wenn man sich gestört fühlt?

"Erster Ansprechpartner ist natürlich die Polizei", sagt KVR-Sprecherin Nettelnbrecher. Zudem kann man sich für Beschwerden an die Bezirksinspektion wenden.

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SZ vom 12.06.2014/ahem/rus
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