bedeckt München 13°

Psychologie der Rolltreppe:Links gehen ist überholt

Auf der längsten Münchner Treppe - am Stachus, Ausgang Lenbachplatz, 56 Meter lang - braucht man auf der rechten Seite daher fast zwei Minuten bis nach oben.

Wenn schon Maße und Tempo festgelegt sind, muss auf der linken Spur selbst Fuß anlegen, wer zügiger steigen will. Links sollte es eigentlich schneller gehen.

Gerade jetzt zur Weihnachtszeit ist das aber oft anders. Auf der Treppe von der U2 zur U3 am Sendlinger Tor stehen ratschende Pärchen nebeneinander, und Plastiktüten ragen auf die linke Seite hinaus.

Durch das Gehen steigt die Unfallgefahr

Zur Feierabendzeit sind oft alle Stufen doppelt besetzt. Am Münchner Flughafen sind an den horizontalen Fahrtreppen deshalb extra Piktogramme aufgestellt, auf denen ein links gehendes und rechts stehendes Strichmännchen zu sehen ist. Wäre das nicht auch eine gute Idee für die U-Bahn?

Nein, sagt die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Die Links-Gehen-Regel gebe es schon länger nicht mehr. ,,Denn durch das Gehen steigt die Unfallgefahr auf der Treppe, und sie wird auch noch einseitig belastet'', sagt Christian Miehling, Sprecher der MVG.

Außerdem können die Treppen mehr Menschen befördern, wenn auf beiden Seiten gestanden wird. ,,Dann entstehen keine Schlangen vor der rechten Standspur.''

Zur SZ-Startseite