Prygoshin Ein Lokal mit Yuca Fries und Tanzmusik

Michael Frimpong ist in Ghana geboren und in München aufgewachsen. In seinem Lokal Prygoshin gibt es venezolanische Köstlichkeiten.

(Foto: Stephan Rumpf)

Der Münchner Basketballer Michael Frimpong eröffnet am Wochenende sein Prygoshin in der Maxvorstadt - eine Mischung aus Café, Tanzbar und Trend-Küche aus Südamerika.

Von Janina Ventker

Michael Frimpong, 26, ehemaliger Basketballer vom FC Bayern, hat in den vergangenen Monaten viel über das Chaos nachgedacht. Denn nichts anderes fand er vor, als er im Juli 2017 die Räume an der Dachauer Straße 14 übernahm, in denen er eigentlich schon wenige Wochen später sein Café mit Tanzlokal eröffnen wollte. Doch der vorgeschriebene Brandschutz war nicht gegeben, die Lüftung kaputt - das Lokal alles in allem nicht konzessionsfähig.

Aus Wochen wurden Monate, wurde ein Jahr. Nach unzähligen Umbauten ist erst jetzt alles fertig geworden. Aber was das Chaos Michael Frimpong gebracht hat: den Namen für sein Lokal. Immerhin. "Am Ende folgt auf Chaos immer Ordnung", sagt Frimpong. So lautet - stark verkürzt natürlich - eine Überlegung des russisch-belgischen Chemikers und Nobelpreisträgers Ilya Prigogine. Das gab dem Neu-Gastronomen Zuversicht. Und so taufte Frimpong sein Lokal "Prygoshin" - quasi die coole Schreibweise von Prigogine. Die große Fensterfront ist denn auch über und über mit Molekülen und Formeln bemalt.

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An diesem Wochenende öffnen sich die Türen zum Lokal im Bahnhofsviertel, wo sich vormals ein irakisches Vereinsheim befand und später für kurze Zeit der Pop-up-Club Miao. Die Küche des Prygoshin verspricht venezolanische Köstlichkeiten. Da wären etwa Arepas, runde Maisfladen mit den unterschiedlichsten Füllungen, und Patacons, zerquetschte Kochbananen. Dazu kommen "Yuca Fries", Pommes aus tropischen Maniokwurzeln.

Michael Frimpongs Freundin Iliana stammt aus Venezuela - ihre Mutter wird zusammen mit einem Koch die Gerichte zubereiten. "Venezolanische Küche ist ein Trend, der gerade erst kommt", sagt Frimpong. Der Hintergrund sei natürlich auch die humanitäre Krise in Venezuela, wegen der gerade Hunderttausende Menschen ihr Land verlassen und auch ihre Rezepte in andere Teile der Welt tragen. Die venezolanische Küche wiederum sei durch die Kolonialzeit von der afrikanischen Küche beeinflusst worden - für Frimpong, der in Ghana geboren und in München aufgewachsen ist, schließt sich hier der persönliche Kreis.

Nach dem Essen soll im Prygoshin ein sanfter Übergang stattfinden - vom Restaurant zum Tanzlokal. "Ich öffne einfach um 22 Uhr die Türen zum Hinterraum, und wer Lust, kann tanzen", sagt Frimpong, der zuvor im P1 die "Blackout Munich"-Reihe veranstaltet hat. Er spricht bewusst von einem "Tanzlokal" und nicht von einem "Club", denn "das schreckt viele ab". Verschiedene DJs aus ganz Europa sollen hinter dem Pult - eine umgebaute Eiche-Rustikal-Kommode vom Flohmarkt - stehen. Die Musikrichtung gibt Frimpong nicht vor. "Die DJs entscheiden selber, was sie spielen." Oldschool Hip-Hop, Funk, R'n'B, vielleicht auch mal Indie. Ein sympathisches Musik-Chaos also.