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Prozess:Mann soll 13-jährige Schülerin vergewaltigt haben

  • Wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung einer 13-Jährigen steht ein Mann in München vor Gericht.
  • Der 48-Jährige soll sich mit seinem Hund das Vertrauen des Mädchens erschlichen haben.
  • Von Januar bis August 2015 soll es zu mehreren sexuell motivierten Übergriffen des Mannes auf die Schülerin gekommen sein.

Von Christian Rost

Das Mädchen vernarrte sich in den Hund des Gastronomen, und der 48-jährige Halter des Tieres soll diesen Umstand aufs Übelste ausgenutzt haben. Adriano C. hat sich laut Staatsanwaltschaft München I das Vertrauen einer 13-jährigen Schülerin erschlichen, sie betatscht und schließlich vergewaltigt. Seit diesem Montag muss sich der verheiratete Mann wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und Vergewaltigung vor der 20. Strafkammer am Münchner Landgericht verantworten. Seine Verteidiger kündigten ein Teilgeständnis des Angeklagten an.

Der schlanke Mann mit angegrautem Haar erscheint mit einem Aktendeckel vor dem Gesicht im Gerichtssaal, um sich vor den Fotografen zu verbergen. Fast zehn Minuten lang verharrte Adriano C. hinter dem Sichtschutz, bis das Gericht den Saal betrat und die Kameras verschwinden mussten. C. will keinesfalls sein Gesicht in der Zeitung sehen im Zusammenhang mit dem Vorwurf, den ihm die Anklage macht. Schon deshalb nicht, weil Männer, die sich an Kindern vergriffen haben, in der Haftanstalt einen schweren Stand haben.

Adriano C. wurde am 28. August 2015 festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Drei Wochen vorher, so die Staatsanwaltschaft, soll er mit der 13-Jährigen und seinem Hund mit dem Auto ins Kapuzinerhölzl gefahren sein, um diesen auszuführen. Schon während der Fahrt habe der Angeklagte der Schülerin auf dem Beifahrersitz in den Schritt gegriffen. Das hatte C. schon öfter getan, wie das Opfer in seiner Aussage bei der Polizei und in einer Videovernehmung bei Gericht schilderte. Demnach kam es von Januar bis August 2015 zu diversen sexuell motivierten Übergriffen des Mannes auf das Mädchen.

Nachdem die Schülerin schon einige Male mit seinem Hund Gassi gewesen war, nahm der Wirt sie regelmäßig mit zum Einkaufen, lud sie zum Essen ein oder fuhr mit ihr zum Baden an die Isar. So auch an einem Sommertag vergangenen Jahres in der Nähe der Waldwirtschaft Großhesselohe. Als die Schülerin in der Isar badete, fasste ihr C. laut Anklage an die Bikinihose. Ähnlich ging er bei anderer Gelegenheit am Speichersee an der Dachauer Straße vor. Das Mädchen drückte seine Hand weg oder entfernte sich von ihm, seinen Eltern erzählte es zunächst nichts davon.

Ohnehin war das Verhältnis zu den Eltern damals angeblich schwierig. Die 13-Jährige, die heute bei einer Tante lebt, fühlte sich zu Hause nicht geborgen. Möglicherweise suchte sie deshalb weiter den Kontakt zu dem Wirt, obwohl er mit der Zeit massiv zudringlich wurde. Er schickte ihr, so hält es ihm jedenfalls die Staatsanwaltschaft vor, mehrmals via Whatsapp auch Fotos von seinem nackten Geschlecht.

Beim vorgeblich geplanten Ausgang mit dem Hund im Kapuzinerhölzl soll C. dann sein Opfer mit Gewalt zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Mit einem mehrere Zentimeter langen Nagel in der Hand soll er dem Mädchen gedroht haben, es umzubringen und den Hund auch. Diesen Übergriff bestritt C. Die anderen Taten wollte er vor Gericht einräumen. Die 20. Strafkammer hatte bereits vor seiner Vernehmung den Ausschluss der Öffentlichkeit verfügt.

© SZ vom 09.08.2016/amm
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