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Prozess um Mord in Sachsen-Anhalt:Im Wald zu Tode geprügelt

Sie verschleppten ihn von einer Autobahnraststätte und prügelten ihn in einem Waldstück brutal zu Tode: Fünf Männer sollen einen 39-jährigen Münchner in Sachsen-Anhalt getötet haben. Nun hat der Prozess gegen sie begonnen.

Sie sollen ihm an einem Rasthof aufgelauert, ihn verschleppt und zu Tode geprügelt haben. Und das alles nur, um an ein paar Geldkarten samt Geheimnummern zu kommen. Die mutmaßlichen Mörder eines 39-jährigen Münchners müssen sich nun vor dem Landgericht Dessau-Roßlau wegen Mordes aus Habgier verantworten. Angeklagt sind fünf Litauer im Alter von 21 bis 31 Jahren.

Noch vor dem Verlesen der Anklageschrift wurde am Mittwochvormittag jedoch der Prozess vertagt, die Verteidigung hatte dies beantragt. Zur Begründung hieß es, die Angeklagten hätten zu spät vom Mordvorwurf gegen sie erfahren. Zudem seien ihren Verteidigern die Unterlagen zur Besetzung des Gerichts nicht fristgemäß vorgelegt worden.

Der 39-Jährige, der am 9. Januar 2012 Opfer des grausamen Verbrechens wird, war auf dem Weg von München nach Trittau in den Norden, wo seine Eltern leben. Kurz zuvor hatte er seinen Job und seine Wohnung gekündigt und seine Sachen verschenkt. Er wollte nach Asien reisen, ein Jahr lang aus dem Alltag ausbrechen und die Welt sehen.

Doch dieser Traum wurde zerstört, ihm wurde sein Leben genommen. Als der Mann an einer Raststätte auf der A 9 in Sachsen-Anhalt hielt, lauerten die Täter ihm auf und verschleppten ihn. In einem Waldstück nahe Dessau-Roßlau brachen sie ihm das Brustbein, Rippen, Nasenbein, schlugen mit den Fäusten und einem Computer auf ihn ein.

Die Täter flüchteten mit den Geldkarten samt Geheimnummern des Opfers, hoben knapp 3000 Euro ab und gingen einkaufen: Bier, Zigaretten, Diesel. Das Opfer ließen sie gefesselt im Laderaum des Transporters zurück, es starb in der Nacht an den Folgen seiner schweren Verletzungen.

Dass die Täter den 39-jährigen Münchner als Opfer auswählten, war offenbar ein Zufall. Sechs Tage nach der Tat wurde die Leiche gefunden.

Ein Jahr später hat nun der Prozess in Dessau-Roßlau begonnen. Er wird unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen geführt. Neben dem Mord aus Habgier wird ihnen erpresserischer Menschenraub, Raub mit Todesfolge und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der nächste Verhandlungstermin ist für den 11. Februar geplant.

© Süddeutsche.de/ahe/dpa/sonn

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