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Prozess um Erbe von Parkhaus-Millionärin:"Ich wehre mich gegen diese Fiktion und Phantastereien"

Als dieser das von ihr gewünschte Jurastudium abgebrochen und eine Freundin gefunden hatte, die nicht ihren Erwartungen entsprach, habe die Millionärin ihm den Geldhahn abgedreht und gedroht, ihn zu enterben. Aus Geldmangel soll Benedikt T. in der Hochgarage Parkautomaten manipuliert und so etwa 3800 Euro für sich abgezweigt haben. Für die Ermittler stellte sich der Mordfall damals als klassische Beziehungstat dar: Die vielen massiven Schläge seien Indiz für starke Emotionen.

Im Rahmen des Zivilprozesses schilderte nun Benedikt T., wie er wegen starker Arbeitsbelastung im Parkhaus tatsächlich zweimal heimlich die Anmeldung zur ersten juristischen Staatsprüfung "geschoben" habe.

Die Familie habe er nicht informiert, dass er mit der Parkhausarbeit und seinem Studium nicht klarkomme. "In meinem Größenwahn damals hatte ich aber zunächst selbst noch geglaubt, ich schaffe das alles." Er habe dieses Studium ohnehin nicht geliebt. "Der kann labern, der wird Jurist", habe damals seine Familie beschlossen. Und weil sein Bruder rechnen konnte, sollte der Kaufmann werden. Er habe aber nicht Rechtsanwalt werden wollen - "das Management in dem Parkhaus hat mir dagegen sehr gut gefallen", sagte T. "Diese Unaufrichtigkeit meiner Familie gegenüber ist das Einzige, was ich mir bis heute vorzuwerfen habe."

Im Frühsommer 2005 habe er sich dann aber doch seiner Tante offenbart. Die sei hochgegangen und habe ihn beschimpft - "als sich dann das erste Geschrei wieder gelegt hat, habe ich ihr erklärt, dass ich aber genügend rechtliche Kenntnisse für das Parkhausmanagement habe". Danach sei das Verhältnis wieder "wie vorher" gewesen. Sie habe vielleicht Verständnis für ihn gehabt, weil sie ihr Psychologiestudium auch nicht beendet hatte, glaubt T.

Er und seine Tante seien sehr vertraut miteinander gewesen, allerdings sei es ein sehr emotionales Verhältnis gewesen. Anschließend schilderte T., was er am Tattag gemacht habe - was ihm dagegen die Ermittler für diese Zeit zur Last legen, sei "Schmarrn - ich wehre mich gegen diese Fiktion und Phantastereien".

Noch weitere fünf Verhandlungstage hat das Gericht terminiert.