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Prozess um Burger King:Franchisenehmer fordern Entschädigung

  • Mehrere Franchisenehmer von Burger King fordern vor dem Landgericht München Entschädigungen für finanzielle Einbußen, die während des Burger-King-Skandals entstanden sind.
  • Das Gericht geht von einem Streitwert von mindestens 250 000 Euro aus.
  • Der Prozess soll klären, wer Schuld an dem Desaster trägt, das die Vergabe von 89 Filialen an die Yi-Ko-Holding nach sich zog.

Von Ekkehard Müller-Jentsch

"Die Schmutzkübel werden geöffnet werden." Der Vorsitzende Richter Martin Scholz sprach aus, was seiner Meinung nach alle Beteiligten des Burger-King-Prozesses erwartet, der in dieser Woche am Landgericht München I eröffnet wurde. Mehrere Franchisenehmer der Burger-Braterei wollen für finanzielle Einbußen entschädigt werden, die der Münchner Burger-King-Skandal und der damit einhergehende Ansehensverlust ihnen zugefügt haben.

Es wird um viele hunderttausend Euro gehen, so viel ist klar. Auch wenn noch keine bezifferten Forderungen auf dem Tisch liegen und vorläufig erst einmal um das Recht auf die Offenlegung von Fakten und Zahlen gestritten wird, taxiert das Gericht den Streitwert bereits auf mindestens 250 000 Euro.

Wer hat Schuld an dem Desaster?

Geklärt werden soll die Frage, wer Schuld an dem Desaster trägt, das die Vergabe von 89 Filialen an die Yi-Ko-Holding der Unternehmer Ergün Yildiz und Alexander Kolobov nach sich gezogen hat. Hygieneskandale und Verstöße gegen das Arbeitsrecht hatten Ende 2014 zu Filialschließungen geführt, darunter elf in München. Dann folgte ein Insolvenzantrag, der inzwischen aber wieder zurückgenommen worden ist. Alle Einzelheiten dieser ebenso unappetitlichen wie verworrenen Ereignisse in vielen Prozesstagen juristisch zu sezieren, "wird ein Fall fürs Lehrbuch: Wie ruiniere ich eine Marke", sieht Richter Scholz voraus. Doch offenbar wollen Kläger und Beklagte es so haben.

Beklagte sind die Burger King Europe GmbH aus Zug in der Schweiz. Ebenso die Burger King Beteiligungs GmbH München. Und die Burger King GmbH Stade, das ist die Yi-Ko. Yildiz ist allerdings inzwischen ausgeschieden und Alexander Kolobov, der die Holding nun alleine führt, will das Unternehmen retten. Kläger sind fünf Franchisenehmer, allen voran die Burger King Bocholt Gastro GmbH. Das Gericht legte allen Beteiligten eindringlich nahe, im eigenen Interesse ihre Probleme in Gesprächen zu klären. Doch sollte das scheitern, werde von Mitte Juli an en détail mit dem Waschen der schmutzigen Wäsche begonnen.

© SZ vom 04.03.2015/lime
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