Die Gefangennahme des Istanbuler Bürgermeisters im März hat die Türkei in eine tiefe Krise gestürzt. Seither gehen hunderttausende Menschen auf die Straße. Sie demonstrieren für die Freilassung von Ekrem İmamoğlu von der sozialdemokratischen CHP, einem der schärfsten Rivalen für Staatspräsident Recep Erdoğan, und gegen die zunehmende Repression in ihrem Land. Dutzende kritische Journalisten, Schriftsteller, Künstler und Oppositionspolitiker wurden in den vergangenen Jahren verhaftet. Auch die Demonstranten riskieren viel. Sie treffen auf Pfefferspray und Tränengas, einige hundert Studentinnen und Studenten sitzen schon im Gefängnis. Aber nicht nur in Istanbul und Ankara protestieren überwiegend junge Leute für den Erhalt der Demokratie, sondern auch in München. Hier geht es friedlich zu.
Türkischstämmige Community in München„Das Pulverfass kann jederzeit explodieren“
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Auch in München demonstrieren Menschen mit türkischen Wurzeln gegen die Verhaftung des Istanbuler Bürgermeisters, gegen Repressionen, für die Freilassung von politischen Gefangenen. Andere sprechen aufgebracht von pauschaler Verunglimpfung, gerade in der Diaspora hat Präsident Erdoğan viele Anhänger.
Von Martina Scherf

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Lindsey Küster und Eleanor Mayrhofer haben „The Germany List“ gegründet, eine Plattform für migrantische Unternehmerinnen und Unternehmer. Man kommt mit Englisch in München gut klar, sagen die Amerikanerinnen, aber es gibt Dinge, da braucht man eben Hilfe.
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