Promis über ihr Abitur – Reinhard Wittmann, Literaturhaus-Chef

SZ: Wann haben Sie Abitur gemacht?

Reinhard Wittmann:1969 in Deggendorf, mit einer 1,3.

SZ: In welchem Fach waren Sie gut?

Wittmann:In Physik und Chemie lief es sehr gut, in Mathematik habe ich mir an einer Aufgabe die Zähne ausgebissen.

SZ: Wo gab es Aussetzer?

Wittmann:In Deutsch bin ich nicht so fertig geworden wie gedacht, aber es hat trotzdem zu einem "sehr gut" gereicht.

SZ: Hatten Sie Ihren Schnitt erwartet?

Wittmann:Ich hatte mich psychisch auf ein weniger gutes Ergebnis eingestellt, um keine unangenehme Überraschung zu erleben.

SZ: Ihr Albtraum?

Wittmann:Auch mir ging es so, dass ich über Jahre hinweg immer wieder davon träumte, den Prüfungstermin vergessen zu haben und unvorbereitet vor der Prüfungssituation zu stehen. Schrecklich.

SZ: Erinnern Sie sich noch an einen Song von damals?

Wittmann:An einen Song nicht. An dieses spezielle Lebensgefühl schon: alles diesem Ziel unterzuordnen; Konzentration auf das Wesentliche; alles andere auszublenden; enge Abstimmung mit Schulfreunden, gegenseitiges Überprüfen; herrlicher Frühsommer, Lernen im Garten unterm Pflaumenbaum - eine Zeit höchster Anspannung.

SZ: Erleichterung, als alles vorbei war?

Wittmann:Der Druck baute sich erst langsam ab. Und das Gefühl: Es hat sich gelohnt, du hast es geschafft, und zwar besser als gedacht.

SZ: Was wünschen Sie den Kandidaten, die jetzt über den Aufgaben schwitzen?

Wittmann:Dass sie, auch dank guter Lehrer, rechtzeitig mit den Vorbereitungen angefangen haben. Kollegialen Geist in der Klasse. Faire Aufgaben von Seiten des Ministeriums. Gute Nerven.

Foto: Catherina Hess Text: SZ vom 8.5.2009/pfau

8. Mai 2009, 10:492009-05-08 10:49:00 ©