Probleme im Berufsverkehr Zwei Stunden alles dicht

ICE muss evakuiert werden, das legt den Bahnverkehr lahm

Dieser Tweet brachte den Morgen gut auf den Punkt: "Na, wenn die S-Bahn München keine Werbung für Home-Office ist, was dann?" In den sozialen Medien machte sich an diesem Freitag Verzweiflung breit. Verzweiflung darüber, dass schon wieder mitten im Berufsverkehr nichts vorwärts ging - erst am Abend zuvor war die S-Bahn für Stunden wegen eines Polizeieinsatzes an der Donnersbergerbrücke lahmgelegt. Jetzt eben am Morgen, wieder wegen eines Polizeieinsatzes, diesmal am Hirschgarten.

Grund war ein Personenunfall mit einem ICE am Hirschgarten, der gegen sechs Uhr einen Großeinsatz auslöste. Nach dem Unfall wurde der Zug, der nach Düsseldorf hätte fahren sollen, zur Hackerbrücke abgeschleppt und anschließend auf Schäden untersucht. Die 160 Fahrgäste mussten allerdings schon am Hirschgarten aus dem ICE klettern und über die Gleise in Sicherheit gebracht werden. Um die Passagiere und auch die Einsatzkräfte nicht zu gefährden, wurde der Zugverkehr in diesem Bereich vorübergehend eingestellt. Die Bahn musste die Züge über Güterverkehrsgleise und den Rangierbahnhof umleiten. Teilweise mussten Regionalzüge auch in Pasing und Freising vorzeitig wenden. Auch Züge des Fernverkehrs waren betroffen.

Von den S-Bahnen konnte lediglich die Linie S 7 an der Donnersbergerbrücke planmäßig in die Stammstrecke einfahren. Dadurch kam es im gesamten Netz über Stunden zu Zugausfällen und Verspätungen. Tausende Pendler kamen zu spät zur Arbeit; sie versuchten, auf U-Bahnen, Busse und Trambahnen umzusteigen, in denen es aber zeitweise einfach nicht genug Platz für alle Fahrgäste gab. Die Bahnsteige, etwa in Pasing, quollen dermaßen vor Menschen über, dass kein Zutritt möglich war. Die Streckensperrung zwischen Laim und Hackerbrücke wurde gegen 8.30 Uhr aufgehoben - der S-Bahn-Verkehr war noch längere Zeit durcheinander, den Vormittag über kam es zu Verspätungen. Eine Unterbrechung an dieser "neuralgischen Stelle", an der viele Regional- und Fernzüge und S-Bahnen unterwegs seien, habe leider lang anhaltende Auswirkungen, sagte ein Bahn-Sprecher.