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Privatbrauerei in München:Ende der Bügelflasche

Es gibt aber auch Veränderungen, auf die Fans möglicherweise empfindlich reagieren könnten. So wird die beliebte Bügelflasche abgeschafft, die Freisinger Abfüllanlage ist darauf nämlich nicht eingestellt. Und von Hand, wie bisher, lässt sich das mit den neuen Mengen nicht mehr bewerkstelligen. Außerdem lässt sich mit der Handabfüllung nur eine Haltbarkeit von vier Wochen erreichen, während die maschinelle Abfüllung drei Monate Haltbarkeit ermöglicht. "Die will der Einzelhandel unbedingt haben", sagt Geschäftsführer Steffen Marx.

Bei aller Professionalisierung, die auch drei neue Arbeitsplätze und drei neue Ausbildungsstellen mit sich bringt, will man aber auch eine Brauerei fürs Viertel bleiben. Nach wie vor kann sich der Endverbraucher sein Bier direkt bei der Brauerei abholen, sei es im Fass oder im Träger. Und ganz nebenbei bekommt Giesing jetzt auch noch eine neue Wirtschaft, denn was wäre eine Brauerei ohne Bräustüberl?

Neues Bräustüberl

Es liegt im ersten Stock mit Blick auf die Sudkessel, hat 70 Plätze an schönen, recht massiven Ahorntischen und Eichenstühlen, die sicher noch gemütlicher werden, wenn sie mal ein bisschen abgewohnt sind. Im Sommer gibt es draußen noch einmal 70 Plätze im Biergarten.

Die offizielle Eröffnung ist für Dienstag, 25. November geplant. Von da an soll das Bräustüberl dann "von elf bis elf", also von 11 bis 23 Uhr aufhaben, freitags bis sonntags geht es sogar schon um 10 Uhr los, montags ist Ruhetag. Dirk Lutomsky und Sebastian Goltsche-Wenz, die beiden Köche, setzen auf altbayerische Hausmannskost, Böfflamott steht zum Beispiel auf der Karte, oder eine Bauernente und "Zweierlei vom Spanferkel", aber auch Dinge, die bei der Bierproduktion eine Rolle spielen.

So wird es etwa einen speziellen Hopfenkäse geben und "Treberfladen", eine Art Flammkuchen. Biertreber fällt pro Jahr tonnenweise an in einer Brauerei. Auch hier sitzt man also im Giesinger Bräustüberl direkt an der Quelle.

© SZ vom 14.11.2014/mmo

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