Präsidentenwahl an der LMU Sieg der Beständigkeit

Mit Bernd Huber setzt der Hochschulrat der LMU auf einen Präsidenten, der sich bewährt hat. Merkwürdig nur, dass die Universität die Wahl wie ein Staatsgeheimnis behandelt.

Ein Kommentar von Martin Thurau

Der Hochschulrat hat konservativ gewählt. Nicht dass mit Bernd Huber ein CSU-Mann gegen den SPD-Strategen Julian Nida-Rümelin gestanden hätte. Nein, der Rat hat bei der Wahl des Präsidenten an der Universität München (LMU) deutlich auf Kontinuität gesetzt.

Alter und neuer Präsident der LMU: Bernd Huber (rechts), hier im Bild mit Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP).

(Foto: ddp)

Huber hat mit der Hochschule schon eine ganze Reihe von Sparrunden durchgestanden sowie den Antrags-Overkill der Exzellenzinitiative und anderer Profilierungs-Wettbewerbe. Die alle hätten deutlich schlechter ausgehen können für die LMU. Sie hat den Status der Elite-Uni und millionenschwere Forschungsverbünde bekommen.

Jetzt steht eine weitere Runde der Exzellenzinitiative an, da kann Hubers Erfahrung von Nutzen sein. Vor diesem Hintergrund haben sich die Hochschulräte womöglich auch in einer Zwickmühle gesehen. Hätten sie Huber abgelöst, hätte alle Welt das als eine allzu kräftige Ohrfeige aufgefasst. Und die hat Huber gewiss nicht verdient. Sicher, die Bologna-Reform, den gigantischen Umbau des gesamten Studiensystems, hat die LMU in erster Runde verstolpert - wie aber die allermeisten Hochschulen. Nun bessert sie eilends nach.

Der perfekte Kontrahent

Dass Nida-Rümelin Korrekturen vehement angemahnt hat, lange bevor das nach den Studentenprotesten im Winter auch bei Politik und Hochschulen in Mode kam, machte ihn auf gewisse Weise zum perfekten Kontrahenten. Merkwürdig nur, dass das spannende Duell über Monate geheimer gehandelt wurde als die Wahl des Papstes. Selbst am Abend nach dem Präsidenten-Konklave sind außer dem Ergebnis allenfalls dürre Statements der Beteiligten zu bekommen.

Dabei hätte es der Universität gut angestanden, in dieser Frage den Wettbewerb der Kandidaten insgesamt transparenter zu handhaben, schließlich rühmt sie sich ja bei nahezu jeder Gelegenheit ihrer Wettbewerbsfähigkeit.