Legacy Sequels, späte Fortsetzungen von Filmen also, sind in Hollywood spätestens seit „Top Gun“ oder „Beetlejuice“ sehr beliebt. Jetzt bekommt auch „Practical Magic“ ein Sequel. Dass diese Fantasy-Komödie 28 Jahre alt ist, sieht man aber nicht: Die Hauptdarstellerinnen Sandra Bullock und Nicole Kidman wirken frischer und faltenfreier als je zuvor.
Das mag eine oberflächliche Betrachtung sein, passt aber zu diesem Film, der vor allem Wert auf Aussehen, Ausstattung und viel Abrakadabra legt. Das war im ersten Teil ähnlich, da ging die Story der Schwestern und ein auf ihrer Familie lastender Fluch ebenfalls unter: Das viktorianische Haus, die schrulligen Tanten, die Klopfkäfer, Trinkrituale und die viel beschworene Schwesternschaft schienen wichtiger zu sein. Aber war nicht der Fluch am Filmende aufgehoben? Scheinbar nur auf Zeit, denn zu Beginn des zweiten Films ist er wieder da. So wie alle anderen Erfolgszutaten: die Hauptdarstellerinnen ohnehin, die Tanten, die Käfer oder die gegen Mitternacht getrunkenen Margaritas auch.
Zwischendurch streiten die Hexenschwestern darüber, ob sie den (erwachsenen) Töchtern erzählen sollen, dass sie ebenfalls Hexen sind. Wissen diese aber längst. Und so geht es von Neuengland ins richtige England, das aussieht wie ein Esoterikerinnen-Paradies und wo ein tätowierter Okkultismus-Professor ein Schwesternherz erobern darf. Darauf einen weiteren Mitternachts-Margarita!
Practical Magic 2 – Zauberhafte Schwestern, USA 2026, Regie: Susanne Bier, in München im Mathäser, Gloria, Royal und den Museum Lichtspielen

