Pop ist immer auch ein Rätsel. Anspielungen, Referenzen, Symbole, das alles gilt es zu entziffern. Man hat es manchmal selbst als kundiger Musikfreund nicht leicht. Wer ist oder sind denn zum Beispiel dieser oder diese mgk, der oder die am 17. Februar in der Olympiahalle auftreten soll(en)? Es ist, Tusch!: Machine Gun Kelly auf seiner Tour zum US-Platz-zwei-Album „Lost Americana“. Und den kennt man auch hierzulande etwa von seinem Einkaufsbummel am Stachus, als er 2024 für seine Halbzeit-Show beim NFL-Footballmatches zwischen den New York Giants und den Carolina Panthers in München weilte. Oder man kennt ihn von seiner Ex-Verlobten Megan Fox. Oder als Schauspieler, als er etwa im Mötley-Crüe-Film „The Dirt“ den nicht weniger wilden Tommy Lee spielte. Oder, Pop-Fans, kennen den „Punk-Pop-Rap-Rebell“ von Hits wie „Bloody Valentine“ (mit Megan Fox im Video).
Offiziell hat er seinen Künstlernamen Machine Gun Kelly, eine Referenz an den Prohibitions-Gangster George Kelly Barnes, im Februar 2024 abgelegt. Er (bürgerlich Colson Baker) verwendet seitdem auf allen Kanälen seinen Spitznamen „mgk“, man darf ihn aber auch als „Machine“ ansprechen. Das dürfte auch jene Youtuber Chad & JT besänftigen, die schon 2022 in einer Petition forderten, das „Gun“ zu streichen, um Maschinengewehre nicht zu glorifizieren.
Nicht weniger verwirrend ist es mit Da Huawa und I (am 16. Februar im Schlachthof). Wo ist denn „da Meier“ abgeblieben, mag sich manch einer fragen? Bekannt wurde die Gruppe ja als DaHuawadaMeierundI. Das Musik-Kabarett-Trio aus Niederbayern und der Oberpfalz gewann 2005 sogar das Passauer Scharfrichterbeil. Nun, es gab Umbesetzungen. Das erste „I“, Siegi Mühlbauer, stieg 2018 aus. 2019 ging Matthias „da Meier“ Meier, um sich, wie die Mittelbayerische berichtete, mehr der Familie zu widmen und Da Meier und Watschnbaam zu gründen. Jetzt sind also noch Christian Maier als „da Huawa“ an Gitarre und Blues-Harp dabei sowie Sepp Haslinger als „I“ unterwegs und verbreiten „unbeschwerte Gaudi vom Feinsten“, oder wie das neue Programm sagt: „Ghupft wia gsprunga“.
Um Enttäuschungen zu vermeiden sei hier noch kurz davor gewarnt, dass es sich bei Mike Love am 19. Februar im Backstage nicht etwa um Michael Edward „Mike“ Love handelt, Gründungsmitglied und immer noch aktiver Ältester der Beach Boys. Wenngleich der oben genannte Mike Love auch vom Strand kommt, wurde er doch in eine Musikerfamilie auf O'Ahu im schönen Hawaii hineingeboren. Der mit Loop-Maschinen arbeitenden Multiinstrumentalist gilt als Ein-Mann-Band und verbindet Roots-Reggae, Progressive- und Classic-Rock, Soul, Blues, Flamenco, Jazz und mehr.

Es gastieren derzeit allerdings auch viele Musiker in München, bei denen der Name quasi Programm ist: Angefangen bei Eros Ramazzotti (wer es genauer mag: Eros Walter Luciano Ramazzotti). Er wird in der Olympiahalle „Una Storia Importante“ erzählen und natürlich auch die Songs des gleichnamigen Albums vorstellen, auf dem der Römer auch seinen Hit „L'Aurora“ zusammen mit Alicia Keys neu eingesungen hat. Die Tournee durch 30 Länder habe nur ein Ziel, sagt er: „sich überall auf der ganzen Welt in das Herz des Publikums zu spielen“ – und das klappt auch in seiner Heimat Italien wieder, wo er im Juni ganz groß im Fußballstadion von Juventus Turin spielt (25. Februar).

Am Tag danach, 26. Februar, gehört die Bühne der Olympiahalle Jason Derulo (als Songwriter: Jason Desrouleaux) auf seiner „The Last Dance World Tour“. Der R'n'B-Popstar hat 250 Millionen Mal Singles wie „Savage Love“ verkauft und ist natürlich Stream-Milliardär. Als einer der einflussreichsten Popstars gilt er aber vor allem deshalb, weil viele Kollegen wie Pitbull, Birdman, KatDe Luna, Lil Wayne, Will.i.am, Snoop Dog, BTS, Nicki Minaj oder Michael Bublé den Spaßvogel gerne um sich haben und mit ihm auf diverse Weise zusammenarbeiten.
Auch Indie-Rock und -Pop-Fans können sich dieser Tage noch auf Größen ihres Lieblings-Genres: etwa auf die wunderbaren The Kooks (19.2., Zenith), auf Alter Bridge (20.2., Zenith), die Turin Brakes (2.3., Strom) und aus Stuttgart die rumpelnd gescheiten Die Nerven (auf „Live im Elfenbein“-Tour am 27.2. im Strom). Fans des deutschsprachigen Hip-Hop gehen zu Michael Schindler alias Shindy (kennt man von Arbeiten und Zerwürfnissen mit Bushido oder Shirin David) am 21. Februar im Zenith sowie zum österreichischen Rap-Giganten Yung Hurn freuen (3. März, Zenith), der eigentlich Julian Sellmeister heißt und gelegentlich als K. Ronaldo auftritt, als sein fiktiver älterer Bruder, wobei das K. für Kristallo oder Kristus stehen kann.

