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Polizei:Zwei Schülerinnen im Michaelibad belästigt

  • Zwei 14-jährige Mädchen wurden am Sonntagnachmittag im Michaelibad von drei Jugendlichen verbal und körperlich belästigt.
  • In dem Bad häufen sich solche Delikte. Etwa ein halbes Dutzend sexueller Übergriffe registrierte die Polizei in diesem Jahr.

Von Susi Wimmer

Die zwei 14-jährigen Mädchen wollten am Sonntagnachmittag im Michaelibad eigentlich nur ihren Spaß haben. Hatten sie auch - bis sie gegen 16 Uhr von drei jungen Burschen angemacht und wurden. Verbal, dann wurden sie auch begrapscht. Einer der Jungen trat sogar ein Mädchen mit dem Fuß gegen die Seite.

Etwa ein halbes Dutzend sexueller Übergriffe registrierte die Polizei in diesem Jahr - nur im Michaelibad. "Wir haben auch schon intern diskutiert, wie die Häufung von Delikten im Michaelibad zu erklären ist", sagt Rainer Samietz, Leiter des Kommissariats zur Bekämpfung von Sexualdelikten. Aber bislang sind die Polizisten ratlos.

Es passiert immer wieder im Michaelibad

In den zurückliegenden Fällen versuchten die Täter, den Mädchen die Bikinihosen auszuziehen und sie am Körper zu begrapschen. "Grapscher in Schwimmbädern", sagt Samietz, "hat es schon immer gegeben." Laut Statistik ist die Zahl der angezeigten Delikte in Bädern nicht angestiegen. Was allerdings auffällt: Es ist immer wieder das Michaelibad, und es sind immer wieder junge Asylbewerber aus Syrien oder Afghanistan.

Die jungen Männer wohnen nicht alle in derselben Unterkunft, sondern kommen aus ganz München, teils auch aus dem Umland, ins Michaelibad. Diejenigen, die straffällig geworden sind, erhalten sofort Hausverbot. "Es ist jetzt nicht so, dass man als Mädchen nicht mehr ins Schwimmbad gehen sollte, aber man sollte die Augen offenhalten", rät Samietz.

Bei den Stadtwerken, die 18 Schwimmbäder in der Stadt betreiben, glaubt man, dass das "Michibad" eben speziell junges Publikum anzieht, "wegen der Attraktionen und aufgrund der günstigen Preise", meinte ein Sprecher. Dort hält man die Vorfälle bei 4 Millionen Badegästen im Jahr für extrem niedrig, setzt aber trotzdem auf Aufklärung und Prävention. Es gibt Infoblätter mit Baderegeln in sieben Sprachen, man arbeitet mit Jugendamt und Aufnahmeeinrichtungen zusammen. Und etwa 70 Bademeister wurden jüngst wieder von der Polizei geschult.

© SZ vom 31.03.2016/mkro

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