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Polizei:Wieder ein sexueller Übergriff im Michaelibad

Die Schülerin aus München war mit einer Freundin im Wasser, als ihnen eine Gruppe junger Männer zu nahe kam. Foto: Claus Schunk

(Foto: Claus Schunk)
  • Ein 18 Jahre alter Afghane soll eine Schülerin aus München sexuell genötigt und ihr brutal zwischen die Beine gegriffen haben.
  • Bereits Anfang des Jahres hatten sexuelle Übergriffe im Michaelibad den Stadtrat beschäftigt.
  • Der junge Mann muss mit einer Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren rechnen.

Von Martin Bernstein

Wieder war der Tatort das Michaelibad, und wieder kommt der mutmaßliche Täter aus Afghanistan: Am Freitag gegen 21.40 Uhr ist eine 18-Jährige Opfer einer sexuellen Nötigung geworden. Die Schülerin aus München war mit einer Freundin im Wasser, als ihnen eine Gruppe junger Männer aufdringlich zu nahe kam.

Die beiden Freundinnen verließen das Becken, um den Bademeister zu verständigen. Ein 18-Jähriger folgte der gleichaltrigen Frau und fasste ihr brutal zwischen die Beine. Alarmierte Polizisten nahmen den 18-Jährigen fest und brachten ihn in die Haftanstalt im Polizeipräsidium. Ein Staatsanwalt entließ ihn später. Der junge Mann muss mit einer Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren rechnen.

Es ist nach Auskunft der Stadtwerke der erste sexuelle Übergriff in einem Bad seit Ende März. Die Polizei hat offenbar andere Zahlen, bestätigt aber auch einen "deutlichen Rückgang" der in Bädern verübten Sexualdelikte seit April. Beleidigungen auf sexueller Grundlage gab es seither nicht mehr. Anfang des Jahres hatten sexuelle Übergriffe durch zumeist aus Syrien oder Afghanistan stammende Flüchtlinge im Michaelibad den Stadtrat beschäftigt.

Bis Ende März gab es in dem Schwimmbad etwa ein halbes Dutzend sexueller Übergriffe. Das Bad ist bei jungen Leuten besonders beliebt, auch bei jungen Flüchtlingen, die sich dort verabreden. Vier Millionen Menschen besuchen jedes Jahr die Münchner Bäder.

Die Zahl der Beleidigungen auf sexueller Grundlage lag 2015 in den Bädern in Stadt und Landkreis mit 15 Fällen knapp über der des Vorjahres (13). 2013 hatte die Polizei 19 Sexualdelikte registriert. 2014 waren es zwölf, im vergangenen Jahr 23. 60 Prozent der ermittelten Täter sind keine Deutsche. In absoluten Zahlen sind das insgesamt 35 Übergriffe binnen zwei Jahren.

© SZ vom 30.08.2016/jey

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